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Alten- und Armenstift Dänisch Nienhof |
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Originalgetreue Textabnahme der im
Kirchenarchiv Krusendorf Wir
Christian der Fünffte von Gottes Gnaden, König zu Dennemarck, Norwegen,
der Wenden und Gothen, Und von deßelben Gnaden Wir Christian Albrecht,
Erbe zu Norwegen, postulirter Coadjutor des Stiffts Lübeck, Beede
Hertzogen zu Schleßwig Hollstein, Stormarn und der Ditthmarschen Graffen
zu Oldenburg und Delmenhorst, Gevettere, Schwägere, Gebrüdere und
Gevattere, Thun kund und bekennen hirmit für Unß Unsere Erben und
Nachfolgere an der Regierung gegen Männiglichen, daß Unß der Edler
Unser Landsaß, und Lieber getrewer Benedictus Blome Zum Newen- und
Kaltenhoff, Birckenmohr, Obbendorff und Schönhorst, Aller- und unterthänigst
zuvernehmen gegeben, waßgestalt Er aus sonderbahren beweglichen uhrsachen
und Christlichem antrieb, ein armenhauß vor besagtem seinem Hoffe zum
Newenhoff erbawen laßen, mit gewißen armen Breßhafften Persohnen
besetzet und denenselben nötigen unterhalt verordnet, dabey auch wegen
haltender Schulen und sonsten gewiße verordnung gemachet hatte, Inmaßen
die vom 29. Decembris Stylo veteri des 1669ten Jahres darüber errichtete
und Unß in originali Aller- und unterthänigst offerirte fundation
Schrifft nachgesetzten inhalts: Im
Nahmen der Heyligen und Hochgelobten Dreyfaltigkeit,
Gottes des Vatters, Sohns und
Heyligen Geistes, Amen! Ich
Benedictus Blome uff Newen- und Kaltenhofe, Birckenmohr, Obbendorff und
Schönhorst, Erbherre, Urkunde und Bekenne hiermit und in Krafft dieses;
Demnach Ich bey mir Christlich betrachtet und Viehlfältig erwogen, wie
der Grundgütige Barmhertzige Gott, von Kindesbein auff, an mir gantz gnädigen
Schutz, und unverdiente Hochrümbliche Vorsorge erwiesen, Insonderheit da
mein Herr Vatter in meiner zarten Jugend, mir von der Seiten gerissen
worden, hat Er Vatters stelle Vertreten, mich gantz Väterlich geleitet
und geführet, in Viehlen mir zugestoßenen wiederwär- Zu
mehrer Uhrkundt und steter Festhaltung, des obbeschriebenen allen., habe
ich diese meine funda-
Benedictus
Blome
Mhs
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* * * * * * * * * * * * * * Das
Alten- und Armenstift in Dänisch Nienhof Als
Dank für die Errettung vom Eise der Eckernförder Bucht, wo der Gutsbesitzer Bendix
Blome bei der Überfahrt auf dem Rückweg von Koppenhagen im Winter 1658
mit meiner Kutsche bei Aschau einbrach, errichtete er im Jahre 1669 neben
seinem Wirtschaftshof ein Stift für Alte und Arme aus seinen Gütern. So
ist es in lateinischer Inschrift festgehalten auf der Sandstein- Der
Grund für die Stiftsgründung erst 11 Jahre später ist in dem
sogenannten „Polackenkrieg“ zu sehen, der von 1657 bis 1660 stattfand
und in den anschließenden schweren Jahren mit hohen Abgaben auch für die
Gutsbesitzer. Bendix von Blome hatte 6000 Reichstaler als Stiftungsgeld
ausgesetzt, die zu jeweils 2000 Reichstalern auf seine Güter Dänisch
Nienhof, Kaltenhof und Birkenmoor verteilt waren. Sie sollten dort
"zu ewigen Tagen" bestehenbleiben. Das war damals sehr viel
Geld. Aus den Zinsen des Stiftungsgeldes sollten sämtliche Ausgaben
bestritten werden. Das Stift war eingerichtet für 9 Insassen, jeweils 3
von den einzelnen Gütern. Wenn Platz frei war, konnten auch arme Leute
von anderen Gütern aufgenommen werden. Zu Inspektoren der Stiftung hatte
Bendix von Blome die Pastoren der Kirchen von Jellenbek ‑ (
nachfolgend Krusendorf), Dänischenhagen und Gettorf bestimmt, die
vierteljährlich die Kontrolle der Abrechnungen vornahmen. In einer
seitenlangen Gründungsurkunde waren von ihm sämtliche Bestimmungen zur
Haltung der Stiftung festgesetzt. In
dem Stiftsgebäude war mit einem Krankenzimmer auch ein „Hospital“
eingerichtet für Schwerkranke. Außerdem gründete Bendix von Blome
gleichzeitig mit der Stiftung in Dänisch Nienhof die erste Schule in der
Gemeinde, sowie auch eine weitere im ehemaligen Dorf Fresenhagen im
Gute Kaltenhof. Dort wurde der damalige Schneider für den Unterricht
eingestellt. Der Lektor des Stiftes war auch der Lehrer der Nienhofer
Schule. Der Unterricht fand in seinem Raum statt und wurde gegeben in
Lesen, Beten und Singen. Schreiben und Rechnen durfte nicht gelehrt
werden. Die ersten Schulen waren nur Religionsschulen. Unterrichtet werden
durften nur die Kinder von den leibeigenen „Unterthanen“ auf den Dörfern,
nicht aber die Kinder der Hof- Außer
dem Lektor war eine „Wärterin“ zur Betreuung der Stiftsinsassen
eingestellt. In der Gründungsurkunde war genau ge- Den
Stiftsinsassen war es verboten, das durch eine Pforte verschlossene Gelände
zu verlassen und „bey dorff lang zugehen“, auch durften sie keinen
Besuch empfangen außer an den Sonntagnachmittagen für eine Stunde. Sie
durften nicht arbeiten, sollten ein gottesfürchtiges Leben führen mit
Bibellesen, Beten und Singen.. Jeden Morgen und Abend hatte der Lektor
eine Bibel- Neben
dem eigentlichen Wohngebäude waren bei der Gründung noch eine Kapelle
und ein Back‑ und Brauhaus errichtet. Bereits im Jahre 1761 mußten
die Gebäude erneuert werden. In einem vierten Haus war jetzt die Schule
separat untergebracht. Diese Gebäude hielten nur bis zum Jahre 1829. Sie
waren so verfallen, daß die Stiftung ausgesetzt werden mußte, damit sich
von den Zinsen ein Kapital für den Neubau der Häuser ansammeln konnte,
wofür 20 Jahre veranschlagt waren. Der Stiftsgründer hatte versäumt zu
bestimmen, wodurch Reparaturen und Neubauten finanziert werden sollten.
Bereits vier Jahre später, im Jahre 1833, wurde in Kostenteilung zwischen
Stiftung und Gutsherrschaft das neue Schulhaus erbaut, das heute noch
steht und seit der Eingliederung der Nienhofer Schule nach Surendorf im
Jahre 1974 als Kindergarten genutzt wird. Erst
im Jahre 1860 konnte das neue Stiftsgebäude mit der Kapelle im oberen
Stockwerk errichtet werden, da sich der Bau durch die
Schleswig‑Holsteinische Erhebung 1848 verzögerte und in den
Folgejahren immer wieder verteuerte. Noch fehlendes Kapital wurde 1860
durch eine Verlosung in der Bevölkerung aufgebracht. Das Haus war
wiederum für 9 Insassen eingerichtet, für die jedoch die strengen Regeln
von diesem Zeitpunkt an etwas gelockert wurden. Nach
der Gutsauflösung von Dänisch Nienhof im Jahre 1928 übernahm die
politische Gemeinde Schwedeneck die Stiftung. Im Jahre 1932 wurde sie
aufgelöst, weil das Stiftungskapital durch Geldumstellungen und
Inflationen so stark an Wert Verloren hatte, daß sie aus den Zinsen nicht
mehr finanziert werden konnte. Es wohnten weiterhin arme Leute in dem
Haus, die Gemeinde nutzte die Räume auch als Notunterkunft. Ende der 80er
Jahre fand eine umfassende Sanierung mit dem Einbau von Sozialwoh- Auskunft erteilt: Horst Missfeldt Telefon: 04504 - 1580 |