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Die Auswanderung über Dänemark und USA nach Canada.
1732 wurde Henning Hinrich Misfeldt (12.263) geboren. 1766 wohnte er laut Trauregister in Holtenah und arbeitete dort als Knecht. Er heiratete am 28.2.1766 in Dänischenhagen seine „geschwächte“ Braut Christin Margreth Gotschen. Sie hatten 5 Kinder – 3 Mädchen und 2 Jungen.
Claus Hinrich
(12.346 Henning Hinrich (12.263) war auf der Viertelhufe 2 in Holtenau tätig. Die Hofstelle lag an der heutigen unteren Schwester-Therese-Straße, an dem Weg, der in die damaligen Auwiesen führte. Am 28.2.1766 heiratet Henning Hinrich dann in Dänischenhagen die Margreth Christine (12.264). 1791 wird Henning Hinrich dann freier Besitzer dieser Hufe. 1803 übernimmt der Sohn Johann Christian (12265) geboren 1779 den Hof. 1820 übergibt er diese Huf an Bendix Hinrich Gottsch. Gleichzeitig übernimmt Johann Christian die Viertelhufe 3. Diese Hofstelle lag wahrscheinlich neben der Viertelhufe 2. Infolge einer Feuersbrunst verstarb dann am 24. Oktober 1804 die Margreth Christine(12.264) an ihren Verbrennungen und einen Tag später folgte ihr Mann – Henning Hinrich (12.263) – ihr. Er verstarb ebenfalls an seinen Verbrennungen. Von den drei Mädchen Esther Magdalena, Dorothea Elisabeth und Margaretha habe ich keine Daten. Johann Christian (12.265) heiratete die Sophia Dorothea Gotsch (12.266)und sie bekamen einen Sohn – Hans Hinrich Wilhelm (12.176). Diese Linie habe ich jetzt nicht weiter verfolgt, weil mir die direkte Linie nach Übersee interessanter vorkam. Als Johann Christian (12.265) stirbt übernimmt seine Frau Sophia Dorothea (12.266) die Bewirtung des Hofes. Der zweite Sohn von
Henning Hinrich (12.263) – Claus Hinrich (12346) – arbeitete auf Gut
Seekamp und am 22. Juni 1806 heiratet er dann die Christina Magdalena
Gotsch (12.347).
Dorothea
Elisabeth (13.114) Nur von Marx Hinrich
(12.348) habe ich Daten. Am 20. Juli 1844 heiratete er dann die Hausgehilfin (Stuepige) Anna Marie Ibsdatter Hansen (12.349). Sie war am 11.10.1811 in Dalby bei Kolding geboren. Anna Marie war die Tochter von Ib Hansen (12.471) und Karen Høj Petersdatter (12.472). Anna Marie hat teilweise im Dorfkrug von Helligbæk/DK gearbeitet. Laut der Volkszählung von 1845 in Vejle Amt, Nørre Tyrstrup Herred, Dalby Sogn mit der Nummer A 0002/178 wurde Marx Hinrich „Mads Misfeldt“ genannt. Laut dieser Volkszählung ist Marx Hinrich (Mads) Misfeldt mit einer „Maria Riber“ verheiratet. (Die Daten stimmen mit den Geburtsdaten von Anna Marie Ibsdatter Hansen überein). Aus der Volkszählung von 1880 ist zu ersehen, daß Marx Hinrich jetzt Hauseigentümer ist und in der Landwirtschaft arbeitet. Jetzt heißt seine Frau „Ane Marie Misfeldt geb. Hansen“. Und in der Volkszählung 1890 ist Marx Hinrich erfaßt als „Max Heinrich Misfeldt“. Man kann sehen, daß man es in dieser Zeit nicht ganz so genau mit der Namensschreibung nahm. Marx Hinrich (12.348) starb am 2. August 1890 in Sdr. Stenderup im Alter von 75 Jahren. „Auszug aus dem
Sterberegister der Kirche Sdr. Stenderup, DK Jahrg. 1890 Seite 206 Nr. 7. Seine Frau Anna Marie (12.349) folgte ihm 5 Jahre später. „Auszug aus dem
Sterberegister der Kirche Sdr. Stenderup/DK, Jahrg. 1895 Seite 240. Anmærkninger: Im Sterberegister wird ihr Geburtsname mit "Anna Marie Hansen" angegeben. Sie ist möglicherweise schon einmal verheiratet gewesen, da bei der Volkszählung 1845 der Name "Riber" angegeben wurde.
Marx Hinrich (12.348) und Anna Marie (12.349) hatten 3 Kinder:
Christine (12.524) Christine (12.524) (die Ältere) geboren am 23.6.1845 in Dalby war verheiratet mit einem Jørgensen. Sie wohnte im Alter bis zum Tod bei ihrem Sohn Christian. Nähere Daten von ihr oder ihren Mann sind nicht bekannt. Hans Henrik (12.354) – der jüngste – war geboren am 28.5.1852 in Dalby) wohnte und arbeitete in Jylland. Am 21.5.1875 heiratete er die Cathrine Maria Højer (12.355) und sie hatten einen Sohn Hans Hansen Misfeldt (12.401) Hans Henrik verstarb dann am 23. November 1928 im Alter von 76 Jahren in Haderslev. – Von ihm stammen die meisten Misfeldt`s in Dänemark ab. Ib Hansen Misfeldt (12352), das dritte Kind, wurde am 2. Januar 1848 in Dalby geboren. Als 20-jähriger ist er am 25. November 1868 über Hamburg nach New York ausgewandert. Er nahm das Segelschiff „S.S.Holsatia“ zusammen mit noch 5 andere Dänen und sie landeten am 8. Dezember 1868 in New York. Er zog dann Nord-Westwerts in Richtung Minnesota und gründete seine Farm in Upsala.
Etwas über 6 Jahre später wollte Ib heiraten – es sollte aber eine dänische Frau sein. Er reiste deshalb nach Dänemark. Dort fand er dann seine Frau – Dorothea (DORIS) Frederikke Hartz (12.353) und heiratete sie am 3. April 1875 in Sdr. Stenderup. Entsprechend dem Geburtenregister ist der Vorname DOROTHEA FREDERIKKE. Sie wurde zeit ihres Lebens aber DORIS genannt.
Auch auf der Schiffspassage mit der sie 1875 nach Amerika kam wurde sie von offizieller Seite unter dem Namen DORIS geführt. (Der Schiffsoffizier änderte den Namen in DORIS). Sie steht in einer Volkszählungsliste in Minnesota im Jahre 1910 unter dem Namen Dorothy. Am 7. April 1875 wanderten sie dann wieder über Hamburg aus. Ib und Doris nahmen das Segelschiff „S.S.Pommerania“ unter Kapitän H.F.Schwennsen nach New York. An Bord waren noch 21 andere Dänen die auch auswanderten. Auf die Route nach New York wurde das Schiff am 10. April in Le Havre, Frankreich angehalten. Es wurde dort eine große Anzahl Schweizer an Bord genommen. Am 21. April 1875 legte das Schiff in New York an. Wie man aus den Schiffslisten sehen kann, wurde der Name von den Schiffsoffizier und den Einwanderungsbehörden teilweise abgeändert. (Mistfeld, Hansen, da Ib für die Amerikaner kein Name war, haben sie ihn „umgeschrieben“ auf „Josef“. In Amerika benutzte Ib aber weiterhin seinen richtigen Namen. New York angekommen zogen sie gleich weiter bis hoch nach Upsala in Minnesota auf seiner Farm.
Auf seiner Farm in Upsala/Minnesota lebten Doris und Ib dann und sie bekamen im laufe der Zeit 12 Kinder: 9 davon blieben in die USA – zwei der Kinder starben sehr jung. Max Henry
(12.479) verheiratet mit Hannah Hansen und sie haben 6 Kinder. 3 der Kinder wanderten später aus nach Kanada und bekamen 19 Kinder. Sie gründeten dort den „Stamm Misfeldt“. Martin (12.350)
verheiratet mit Elizabeth Mattson (12.351) und sie haben 5 Kinder.
Als Ib am 12.9.1915 in Elmsdale/Upsala, Minnesota starb, verkaufte Doris die Farm und zog nach Saskatchewan in Canada wo einige der Kinder wohnten. Später zog sie mit der jüngsten Tochter JENNY Esther zurück in die USA wo sie ein Haus am See in Kimberly/Upsala, Minnesota bauten. Dort ist Doris dann am 12.11.1928 verstorben und in Upsala bei ihren Mann begraben.
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Auswanderung
Die Veddel - "eine Stadt in der Stadt". 1900 entstehen gewaltige Hallen mit Platz für 5.000 Menschen. Kirchen und Küchen, Betsäle und Schlafhallen mit Platz für 5.000 Menschen. Es ist eine Welt für sich, die da auf der Weddel entsteht. Die gigantischen Auswandererhallen werden schon unmittelbar nach ihrem Bau Gesprächsthema im ganzen Land, und noch heute sind sie legendäre Stadtgeschichte. Ihr Bau im Jahre 1900 steht mit der Cholera von 1892 in Zusammenhang. Nachdem die Auswanderung über Hamburg als Folge der Seuche gestoppt wurde, schien das lukrative Geschäft auf lange Sicht geplatzt. Doch HAPAG-Direktor Albert Ballin macht geschickt sanften Druck auf den Senat - nun müsse er seine Geschäfte wohl nach Bremen verlegen. Auf diese Einnahmequelle will Hamburg natürlich nicht verzichten, aber daß es so mit den menschenunwürdigen Massenunterkünften nicht weitergehen kann, ist allen Beteiligten ebenfalls klar. Also muß erneut gebaut werden. Endlich stellte die Stadt der HAPAG das riesige Gelände zur Verfügung, das dort liegt, wo heute Wilhelmsburger Straße und Harburger Chaussee zusammentreffen.
Die
Auswandererhallen - auf dem 60.000 Quadratmeter großem Gelände in nur
knapp einem Jahr gebaut und später erweitert - sind für die damalige Zeit
vorbildlich, und auf der Weltausstellung in Paris werden sie sogar mit
einem Preis bedacht.
Die
HAPAG beschreibt die Hallen 1910 so: Doch wo viel Licht ist, fehlt der Schatten bekanntlich auch nicht. In der Halle prangt zwar unübersehbar das stolze HAPAG-Motto "Mein Feld ist die Welt", aber von der bekommen die Auswanderer zunächst nichts zu sehen. Statt dessen sind erst mal lange Wege durch die "Gesundheits-Prüfungsabteilung" angesagt. Die Angst vor der Cholera sitzt in Hamburg noch tief, und immer wieder keimt das (falsche) Gerücht auf, die Auswanderer hätten die Seuche eingeschleppt. Doch auch in Amerika ist die Angst vor kranken Ankömmlingen groß, und die Staaten lassen Träger ansteckender Krankheiten gar nicht erst an Land. Als Folge bleiben die Reisenden auf der Veddel zeitweilig 14 Tage (!) unter Quarantäne. Die Menschen müssen dabei nicht nur endlose Gesundheitschecks über sich ergehen lassen, sondern es gibt unmittelbar nach der Ankunft auch noch eine strickte Trennung in "unreine" und "reine" Abteilungen. Als unrein werden beispielsweise Reisende aus "sanitär unsicheren Gegenden" eingestuft. Ihnen stehen peinlich genaue Reinigungsprozeduren bevor, und auch ihr Gepäck wird aufwendig desinfiziert. Doch die Ankömmlinge, für die es auf der Veddel jetzt einen eigenen kleinen Bahnhof gibt, leiden nicht nur unter der strickten Trennung vom übrigen Hamburg. Viele beklagen den geschäftsmäßigen, ruppigen Ton in der "Stadt" Veddel, der ihnen oftmals das Gefühl gibt, auf einem Kasernenhof angekommen zu sein. Es scheint, daß die Hallen zwar modern sind, das Personal aber reichlich antiquiert blieb. Kein Wunder also, daß viele Auswanderer heilfroh sind, als ihr Reisebeginn endlich näherrückt und sie zum ersten Ziel ihrer sehnsüchtigen Träume gebracht werden: aufs Schiff.
Zu Hunderten im Zwischendeck - kein Licht, kaum Luft und viele Krankheiten. Die Auswanderer brauchen außer Geld vor allem eines: unendlich viel Geduld. Für manche - wie beispielsweise die Emigranten aus dem osteuropäischen Raum - ist bereits die Reise nach Hamburg eine Strapaze, danach folgt das schier endlose, oft entwürdigende Prozedere im Hafen. Wenn die Reisenden dann endlich mit Tendern zu ihren Schiffen gebracht werden, kommen viele von ihnen vom Regen in die Traufe. Vor allem in den frühen Jahren der Auswanderung wird die Reise oft zu einem echten Horrortrip. Die Menschen sind zu Hunderten auf engstem Raum im Zwischendeck eingepfercht - und das für Monate. Manche Reeder lassen aus Habgier noch ein weiteres Deck einbauen, das sogenannte Orlopsdeck. Luft und Licht sind unterwegs Mangelware, viele Reisende leiden unter ständiger Seekrankheit. Masern, Scharlach und Keuchhusten grassieren auf fast jeder Reise, manchmal auch Typhus oder Cholera. Wegen der unzureichenden Konservierungsmöglichkeiten verderben unterwegs viele Lebensmittel, oft ist schon auf der Hälfte der Strecke das Brot schimmelig, die Butter ranzig, das Wasser abgestanden.
Die
Stimmung wird während der monatelangen Überfahrt immer schlechter, es gibt
fast täglich Streit und handfeste Übergriffe. Zwei Faktoren sind schließlich dafür ausschlaggebend, daß sich die Zustände an Bord erheblich bessern: strenge Auflagen für Reedereien und Kapitäne und das Aufkommen der Dampfschiffahrt.
1868
gibt es die erste Medizinkiste an Bord, seit 1887 endlich auch einen
Schiffsarzt. In einem "Amtsblatt der freien und Hansestadt Hamburg" von
1887 wird unter anderem angeordnet: 1879 verläßt zum letzten Mal ein Auswanderer-Segler Hamburg, danach übernehmen Dampfschiffe die Fahrten. "Titanic" Experten wissen: Bei der Unterbringung herrscht zwar immer noch krasse Ungleichheiten, aber die Reise nach New York dauert nun "nur" noch knapp vierzehn Tage. Die Überfahrt in die neue Heimat verliert damit langsam, aber stetig ihren Schrecken. Horst Missfeldt
Auszug aus den Auswandererlisten in Hamburg.
Auswanderer Beruf Schiff Jahr
Mihsfeldt, Heinrich
Landmann Colonial
1852
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