Der große Kreis Eutin

 

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Der große Kreis Eutin

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Der große „Kreis Eutin“

 Die Auswirkungen von Bismarcks Politik auf Ostholstein

 Wenn in diesen Tagen in der Presse von Bismarck die Rede ist, weil man sich an seinen 100. Todestag erinnert und man darüber nachdenkt, was er geleistet hat, so sollte man auch einmal fragen, ob Bismarck etwas mit unserem Kreis Ostholstein zu tun hatte. Immerhin hat ihn Schleswig-Holstein doch ziemlich beschäftigt.

Bismarck ist derjenige, der für den Kieler Vertrag vom 23. Februar 1867 als einer seiner außenpolitischen Maßnahmen verant-
wortlich ist. Deswegen sollte man Wissen, was er hier bei uns auf Land und Leute für einen Einfluß gehabt hat. Und dabei muß man wissen, daß unser Gebiet etwa zwischen Eutin und Lübeck  als sogenanntes „Fürstentum Lübeck“ zu dem Großherzogtum Oldenburg gehörte, das in Nordwestdeutschland zwischen Weser und Ems gelegen war, also verhältnismäßig weit weg. Erst am 1. April 1937 kam es zu Schleswig‑Holstein.

Worum ging es Bismarck nach dem Krieg 1864 gegen Dänemark, den er bei den Düppeler Schanzen gewann: die Schleswig-
Holsteiner sollten Preußen werden! Deswegen war er auch im Grunde dagegen, daß Schleswig-Holstein ein eigenes Land unter dem Herzog Friedrich von Augustenburg werden sollte, wie es seine Einwohner gerne gehabt hätten.

Nun kam aber auch der oldenburgische Großherzog Peter II. dazu, der aufgrund seiner Abstammung aus dem Hause Gottorf auch Erbansprüche auf Schleswig‑Holstein sehr nachdrücklich geltend machte und dabei die Unterstützung des ihm verwand-
ten russischen Zarenhauses hatte. Dieser „kühle Hauch von der Newa“ verfehlte auch auf Bismarck seine Wirkung nicht, und so war er schließlich bereit, dem oldenburgischen Großherzog durch den schon genannten „Kieler Vertrag“, in einer Weise ent-
gegenzukommen, die damals entscheidend und für ihn gar nicht so einfach war, aber gewissermaßen heute noch zu spüren ist.

Dem Großherzog lag daran, durch das Gebiet, das zwischen den beiden Ämtern Eutin und Schwartau lag, diese beiden Ämter miteinander zu einem Ganzen zu verbinden. Leider gehörte dieses Gebiet um Ahrensbök zum Herzogtum Plön, war also damals holsteinisch-preußisch, und. deswegen mußte Peter II. die Zustimmung Bismarcks erwirken, wenn er dieses Gebiet haben wollte. Also versuchte der Großherzog bei Bismarck zu erreichen, daß Bismarck unter Umständen einverstanden sei, ihn für seine Erbansprüche auf Schleswig‑Holstein finanziell zu entschädigen. Schließlich gelang es ihm, daß seine Ansprüche von Bismarck anerkannt wurden.

Bismarck trat mit dem Vertrag das Amt Ahrensbök und die sogenannten Lübschen Güter und Stadtstiftsdörfer, die auch schon zu Preußen gehörten, dazu noch die Staatshoheit über den Dieksee bei Malente ab. Und schließlich erhielt Peter II eine Entschä-
digung in Höhe von einer Million Taler.


Die Säule auf dem Pariner
Berg ist eines von mehreren.

Damit war das erreicht, was man später den „Kreis Eutin“ nannte, das Gebiet zwischen Eutin und Schwartau. Die Ahrensböker waren nicht einverstanden, weil sie unter dem Oldenburgischen Regiment auf Rechte verzichten mußten. Auf einem Transparent stand, weil man gehofft hatte, unter dem Augustenburger mehr zu erreichen: „Hoch lebe Herzog Friederich (Augustenburg) – den Peter (Oldenburg) hol der Deubel sich!“

Horst Missfeldt  

 

Auskunft erteilt: Horst Missfeldt     Telefon:  04504 - 1580