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Die Pest in Schl.-Holst. |
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Die Pest raffte Millionen hin. Der „Schwarze Tod“
in Holstein. Kriege und Hungersnöte brachten besonders auch im
Mittelalter für die Bevölkerung stets Furcht und Leid. Keinen
Unterschied zwischen Arm und Reich machte jedoch über Jahrhunderte jene
Krankheit die viele Male Europa heimsuchte und Millionen hinraffte, die
Pest. Die Menschen hatten eine panische Angst vor dem Schwarzen Tod, dem
sie in dieser Zeit unausweichlich ausgeliefert waren. Die Mittel und Wege,
um sich vor der Pest zu schützen, nahmen zum Teil kuriose Formen an. Auch
in Holstein blieb man von der Pest nicht verschont. Das absolute Schreckensgespenst des Mittelalters und
späterer Jahrhunderte war die Pest. Jene Krankheit, die die Menschen ohne
lange Vorwarnung überfiel und in Kürze in qualvollem Tod verenden ließ.
„Schwarzer Tod“ nannte man die Seuche auch, weil sich die Haut aus
Sauerstoffmangel düsterblau verfärbte. Übertragen wurden die Erreger
durch den Rattenfloh. Waren die Menschen erst infiziert, war auch die
Ansteckungsgefahr untereinander riesengroß. Der Tod trat meist in wenigen
Tagen ein. Zudem litten die Kranken bei der Haut und Drüsenpest unter
schmerzhaften blutig‑eitrigen Beulen, so daß sie auch "Beu- 1348 wütete die Pest in Mitteleuropa derart, daß
innerhalb von drei Jahren 25 Millionen Menschen starben. Das war damals
ein Drittel der gesamten Bevölke- Um sich vor der Pest zu schützen, war den Menschen
jedes Mittel recht. 1348 gab ein Magister der Pariser Fakultät ein
"Pestgutachten" heraus, in dem "Rege-
Im Totenregister in Eutin gab Pastor Samuel
Praetorius die Zahl der Toten 1639 mit 114 an. Diese Steigerung auf mehr
als das Dreifache lag auch hier in der wieder einmal eingeschleppten Pest
in Eutin und Meinsdorf. Die Bewohner von Gömnitz hatten in diesem Jahr
eine ganz besondere List erfunden, um die bösen Pestgei- Der Umzug mußte unbedingt an einem dem Gotte Donar
(Donnerstag) geweihten Tag stattfinden und wegen der Glückszahl drei auch
an den folgenden beiden Donnerstagen wiederholt werden. Tatsächlich
blieben die Gömnitzer von der Pest verschont, lediglich der Zorn des
Altenkremper Pastors traf sie wegen ihrer heidni- Als 1710 erneut eine Pestwelle von Polen gen Westen
schwappte und überall neue Opfer forderte, erreichte diese Eutin nicht.
Verseuchte Gebiete wurden abgeriegelt, Grenzen überwacht und Verordnungen
zum Schutz der Bevölkerung erlassen. Diese Maßnahmen begannen zu wirken, so daß der
Chronist Molde in seinem „Uthinischen Stadtgedächt- Horst Missfeldt
Auskunft erteilt: Horst Missfeldt Telefon: 04504 - 1580 |