Friedrich Mißfeldt

 

Nach oben Heinrich Mißfeldt Denkmäler Friedrich Mißfeldt
Ute Patel Mißfeldt Jochen Misfeldt August Missfeldt Hinrich Detlef Mißfeldt
Sonstige Mißfeldts      

 

Der Maler Friedrich Mißfeldt (2709).

Friedrich Mißfeldt wurde am 2. Oktober 1874 als Sohn eines Gastwirts in Kiel geboren. Schon als Schüler galt sein Interesse dem Zeichnen und Malen.

Wer sich umfassend mit der künstlerischen Tradition des Landes Schleswig-Holstein in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts vertraut macht, dem wird der Name des Malers, Zeichners und Graphikers Friedrich Mißfeldt kaum verborgen bleiben. Friedrich Mißfeldt entstammte einer alten holsteinischen Familie und hat über Jahrzehnte das Kunstgeschehen unseren nördlichsten Bundeslandes als außerordentlich produktiver Künstler und als führendes Mitglied der Schleswig-Holsteinischen Kunstgenossenschaft entscheidend geprägt.


 


Während sich der zwei Jahre ältere Bruder Heinrich in Berlin zum Bildhauer ausbilden ließ, absolvierte Friedrich zunächst vom Frühjahr 1890 - 1893 eine künstlerische Laufbahn als Dekorationsmaler in Hamburg.
Im letzten Winterhalbjahr seiner Lehrzeit besuchte Friedrich Mißfeldt zusätzlich den Tagesunterricht an der Hamburger Gewerbeschule, was allerdings unbedeutend für die weitere künstlerische Ausbildung bleiben sollte.

Im Jahre 1894 wurde ein langersehnter Wunsch endlich Wirklichkeit. Friedrich Mißfeldt wurde Schüler der Kunstakademie in Karlsruhe. Ausgestattet mit soliden handwerklichen Kenntnissen begann er als Zwanzigjähriger sein Studium. Der Vater hatte ihm den Besuch an der badischen Kunstmetropole ermöglicht.

Bis 1899 blieb Friedrich Mißfeldt in Karlsruhe, um im Herbst desselben Jahres seinem hochverehrten Lehrer Kalckreuth zu folgen, der nach heftigen Auseinandersetzungen in Karlsruhe als Direktor an die Königliche Akademie der Bildende Künste nach Stuttgart berufen worden war.

Vor der Aufnahme des Studiums an der Stuttgarter Akademie gab Friedrich Mißfeldt als Karlsruher  Kunstschüler noch ein Zwischenspiel in der im Jahre 1895 gegründeten Künstlerkolonie in Cuxhaven - Duhnen.


Beste Empfehlungen seiner Lehrer begleiteten Friedrich Mißfeldt im Oktober 1903, nachdem er das Studium in Stuttgart beendet hatte, um Schüler der Akademie Julian in Paris zu werden, wo ihn die Lehrer J. Levebre und T. Robert-Fleury bis zum Mai 1904 unterrichteten. Die Pariser Studienzeit war von relativ kurzer Dauer, trotzdem war dieser Aufenthalt für Friedrich Mißfeldt´s Entwicklung bedeutend.

Die Jahre 1905/06 verlebte er in Berlin in Ateliergemeinschaft seinem zwei Jahre älteren Bruder Heinrich, der es als Bildhauer dort zu Ansehen gebracht hatte.

Anfang 1907 erhielt Friedrich Mißfeldt einen Lehrauftrag an der Städtischen Handwerker- und Kunstgewerbeschule (später Muthesiusschule). Die Unterrichtstätigkeit betrug 32 Stunden pro Woch.

Obgleich Friedrich Mißfeldt sich später entschieden vom Jugendstiel lossagte, so wirkt diese Stilrichtung in seinem gesamten Frühwerk deutlich nach, besonders in den Entwürfen für Wandteppiche und Bildwebereien wie "Frühlingsreigen" (um 1910) und dem Paneelfries "Möwen" aus dem Jahre 1907, die für die Webschule Scherrebek oder für die Webwerkstatt von Maria Luebke bestimmt waren.

Der Beginn des ersten Weltkrieges bereitete dem ehrgeizigen Schaffen jedoch ein vorläufiges Ende. Friedrich Mißfeldt wurde eingezogen und diente vier Jahre als Sanitäter im Felde.



1936 erhielt Friedrich Mißfeldt den Auftrag, im olympischen Dorf Berlin im "Haus Kiel" zwei Wandbilder auszuführen. 130 Maler aus ganz Deutschland trafen sich dort, um die rund einhundert Häuser auszumalen, die den Sportlern aus aller Welt als Unterkunft dienten.

Eine erneute Zäsur kam mit dem Ende des zweiten Weltkrieges. Und dann folgte schließlich die Währungsreform, die "uns arm machte wie eine Kirchenmaus" (Mißfeldt).

Der zweite Weltkrieg hatte seiner Hinterlassenschaft hart mitgespielt, aber die Kunst Friedrich Mißfeldt´s blieb lebendig. Immer wieder wurden auf unzähligen Kunstausstellungen in Norddeutschland Einblicke in die Fähigkeiten dieses Malers geboten.

Für Privathäuser, öffentliche Gebäude und Kirchen hat Friedrich Mißfeldt zahlreiche Wandbilder geschaffen. Hervorzuheben sind seine besonderen Fähigkeiten als Porträt- und Landschaftsmaler. Aber auch die zeichnerische Begabung wird in etlichen der von ihm illustrierten Werke - Märchenbücher, Gedichte von Hebbel und Eichendorff und holsteinische Literatur - offenkundig.
Erinnerungsblätter, Gelegenheitsgraphik, Exlibris, Buchschmuck, Plakatentwürfe sowie Tisch- und Verlobungskarten unterstreichen das handwerkliche Können, das graphische Talent.

Im Jahre 1965 übersiedelte die Familie Mißfeldt von Kiel nach Schleswig. Hier lebte der Künstler in Zurückgezogenheit, fast ein bißchen vergessen und nur wenigen Einwohnern richtig bekannt.

Am 19. Juni 1969 starb Friedrich Mißfeldt im Alter von 94 Jahren. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof bei der Hadddebyer Kirche.

                                    

             

Diese Bilder von einem Mädchen und einem Jungen befinden sich im Privatbesitz von Frau Traute Grensing. Sie möchte evtl. die Bilder verkaufen. Sie ist zu erreichen unter: Tel.: 04353 - 484 oder Fax: 04353 - 565
Kennt jemand diese Kinder?

 

Auskunft erteilt:  Horst Missfeldt, Telefon 04504 - 1580