
|
Die Familie Missfeldt Die Schreibweise ist sehr unterschiedlich. Fehler sind
durch falsche Überlieferungen, Höhrfehler und falsche Eintragungen in den
Kirchenbüchern bzw. bei den Standesämtern entstanden. Missfeldt, Mißfeldt, Misfeldt, Mihsfeldt, Missfeld, Mißfeld, Misfeld und Mihsfeld. Auch kommt ab und zu die Schreibweise Messfeldt, Messfeld, Miesfeldt, Misfelt, Missfelder, Missfeldten oder Mistfeldt vor, was aber sehr selten ist. 1925 fing ein junger Mann namens Emil Herbert
Max Mißfeldt, der am 20. Januar 1902 in Kiel geboren war, mit der
Familienforschung der Familie Mißfeldt an. Danach folgte fast jedes Jahr ein Familientreffen und die Zahl der Mitglieder wuchs. Auch seine Aufzeichnungen nahmen immer größere Formen an. Seine gesamten Aufzeichnungen bezogen sich überwiegend auf mündliche Auskünfte und eigene Recherchen in den Archiven. Leider hatte er nur wenige Urkunden bzw. Kopien gesammelt. Als Emil Mißfeldt am 2. Februar 1977 nach schwerer Krankheit starb, war keiner bereit den "Sippenverband Mißfeldt" weiter zu führen. Der Verband wurde aufgelöst und die Unterlagen von Emil Mißfeldt gingen an das Landesarchiv Schleswig-Holstein in Schleswig - u.a. auch die große handgeschriebene Ahnentafel (6x1 1/2 m). Diese Ahnentafel enthält etwa 150 Personendaten. 1990 bekam ich Interesse an der Ahnenforschung. Ich bin
nach Schleswig ins Landesarchiv gefahren und habe alles was dort über
unsere Familie lagert abgeschrieben. Auch die Personendaten aus den
Karteikarten von Emil Mißfeldt, die Tafeln und die Daten von der großen
Ahnentafel habe ich abgeschrieben. Ich fing dann an im Rentamt Eckernförde, das Domarchiv Ratzeburg und in den verschiedenen Kirchenbüchern nach "Missfeldt/Mißfeldt´s" zu suchen und Kopien zu machen. Auch fing ich an alle Mißfeldt´s aus den Telefonbüchern anzuschreiben um Daten zu bekommen. Diese Daten habe ich sortiert und in den Computer gespeichert. Meine Forschung dehnte sich aus über die Landesgrenze
nach Dänemark, Frankreich, Italien, England, Schweden, Belgien und über
den Ozean nach Australien, Amerika und Kanada. Inzwischen habe ich etwa 11.500 Personen unserer Familie im Computer gespeichert, davon sind alleine 350-400 Familienmitglieder aus Amerika und Kanada. Aus Dänemark sind etwa 150-200 Familienmitglieder bekannt. Ebenfalls sind einige Misfeldt´s in Schweden, England, Australien, Frankreich und Italien. Da mir die Familienmitglieder fleißig Urkunden und
beglaubigte Abschriften zugeschickt haben, besitze ich mittlerweile 10
randvolle Aktenordner davon. Nach Angaben von Emil Mißfeldt aus Kiel soll der Name
Mißfeldt angeblich erstmalig in eine Urkunde aus dem Jahre 1632
auftauchen. Da er aber leider keine näheren Angaben machte, konnte ich
trotz intensives Suchen zunächst die Urkunde nicht finden. Diese Dokumente umfassen 19 Seiten. In den vorliegenden Aufzeichnungen sind die Ergebnisse einer Befragung von 12 Männern aus verschiedenen Dörfern im Dänischen Wohld niedergeschrieben. Es heißt u.a. auf Seite 7:
Catenesuppleatlegatitus Nominalegtiumcum Directorio
h Jacobus Wigandus
ad 1287 Auf Seite 13 und 14 heißt es u.a.: Auf Seite 15 und 16 heißt es u.a.: Auf Seite 17 und 18 heißt es u.a.: Diese Aussage wurde 1632 gemacht. Das heißt, daß Jochim Mißfeldt schon vor 1582 im Meierhuß eingezogen ist. Er muß also zu dem Zeitpunkt schon ein junger Mann gewesen sein Das wiederum heißt, daß seine Geburt um oder vor 1550 war! Mit dieser Urkunde haben wir erstmalig die
schriftliche Bestätigung, daß unser Familienname schon seit mindestens
1550 existiert. Auch wird auf Seite 18 erwähnt, daß u.a. in Stoel 8, Surendorp 9, Sprange 6, Bankenmohr 7, Fresenhagen 6, Sturenhagen 6 und Velm 9 Höfe vorhanden waren. Ebenfalls belegen durch beglaubigte Kopien und Abschriften kann ich u.a. folgende Daten aus dem Kirchenbuch Krusendorf: Jürg Mißfeldt, verstorben am 14. August 1683 in Surendorf Jürg war verheiratet mit Magdlene Diekmann (1651-23.06.1678). Clauß geb. 06.03.1672, Dorothea Brigitte
geb. 16.02.1673, Von Clauß, Dorothea Brigitte und Jürgen
habe ich bis jetzt keine Nachkommen gefunden. Um ca. 1670 - 1680 hat der damalige Besitzer des Gutes
Dänisch-Nienhof zwei leibeigene Mißfeldt´s mit nach Gut Depenau in
Holstein umgesiedelt, von denen dann wieder weitere Familienmitglieder
abstammen. Folgende Familienstämme mit "Stammväter" habe ich bis heute ermittelt:
1. Surendorf:
Jochim Mißfeldt (574)
geb. um oder vor 1550 Ursprünglich waren es 15 Stämme. Dadurch, daß ich im
Januar 2000 viele neue Daten bekommen habe, konnte ich die Verbindung vom
Stamm "Alt Bülk" und "Neu Bülk" finden und sogar etwas weiter zurück
verfolgen. Der Ursprung liegt in Scharnhagen. Daher habe ich diese beiden
Stämme zusammen gelegt und sie "Stamm Scharnhagen" genannt. Die "Hochburgen" sind eindeutig "Surendorf", "Stolpe-Wankendorf", "Pries-Schilksee" und "Plate-Sukow". Die beiden Linien "Surendorf" und "Stolpe-Wankendorf" sind wahrscheinlich auf einen Zweig zurückzuführen, da die Güter "Dänisch-Nienhof", "Depenau" und "Kaltenhof" einen Besitzer hatten. Unsere Familie ist ein altes Bauerngeschlecht, das seit mindestens 300 Jahren auf seinen Stammhof in Surendorf ((Dänischer Wohld) als Pächter bzw. Besitzer gesessen hat. Erst so um 1850 bis 1900 änderte sich das. Einige lernten ein Handwerk und führten es dann über Generationen fort. Heute sind die Mißfeldt´s in allen Berufszweigen vertreten. Wir brauchen uns über unsere Herkunft nicht zu schämen - im Gegenteil. Wir sind einer der ganz wenigen Familien die so ortsansässig sind - auch heute noch! Zwar sind einige von uns ausgewandert nach Dänemark, USA, Kanada, Australien, Brasilien etc., andere sind, zum Teil bedingt durch Berufswechsel, in andere Bundesländer gezogen, aber die Mehrzahl - etwa 70 % - wohnen immer noch hier in Schleswig-Holstein oder Hamburg und Mecklenburg. Das wesentliche Merkmal der Mißfeldt´s ist eigentlich ihr vorbildlicher Fleiß, Ausdauer und Sturheit. Im plattdeutschen Volksmund hat sich bis heute noch ein
Spruch erhalten, der auch in das Schleswig-Holsteinische Wörterbuch von
Prof. Mensing aufgenommen wurde: Ein weiteres Merkmal ist, daß wir die Menschen in unserer Umgebung sehr genau beobachten, daher ist auch eine Annäherung an uns eigentlich schwierig, da wir den Menschen erst nach einer genauen Betrachtung von außen wie von innen annehmen. Horst Missfeldt
Auskunft erteilt: Horst Missfeldt, Telefon 04504 -
1580
|