Geschichte der Familie

 

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Die Familie Missfeldt

(Siehe auch in der Familien Chronik, die 218 DIN-A 4- Seiten umfaßt)
 

Die Schreibweise ist sehr unterschiedlich. Fehler sind durch falsche Überlieferungen, Höhrfehler und falsche Eintragungen in den Kirchenbüchern bzw. bei den Standesämtern entstanden.
Die verschiedenen Schreibweisen sind wie folgt:

Missfeldt, Mißfeldt, Misfeldt, Mihsfeldt, Missfeld, Mißfeld, Misfeld und Mihsfeld.

Auch kommt ab und zu die Schreibweise

Messfeldt, Messfeld, Miesfeldt, Misfelt, Missfelder, Missfeldten oder Mistfeldt

vor, was aber sehr selten ist.

1925 fing ein junger Mann namens Emil Herbert Max Mißfeldt, der am 20. Januar 1902 in Kiel geboren war, mit der Familienforschung der Familie Mißfeldt an.
Er sammelte Namen, Geburts-, Heirats- und Sterbedaten und alles was mit den Namen Mißfeldt Verbindung hatte.
Im Frühjahr 1936 schrieb Emil Herbert Max Mißfeldt dann alle Namensträger an und rief zum Sammeln in Krusendorf. Am 1. Ostertag den 12. April 1936 fand dann das erste Familientreffen in der Krusendorfer Gastwirtschaft von Heinrich Mißfeldt statt. Am selben Tag wurde dann auch der "Sippenverband Mißfeldt e.V." gegründet mit Emil Mißfeldt als Vorsitzender.
Emil Mißfeldt zeigte bei diesem Treffen seine Aufzeichnungen und gab bekannt, daß er 8 verschiedene "Stämme" der Mißfeldt´s gefunden hatte.
Am selben Tag wurden auch gleich rund 40 Mitglieder gezeichnet. Der Jahresbeitrag war damals 6 RM.

Danach folgte fast jedes Jahr ein Familientreffen und die Zahl der Mitglieder wuchs. Auch seine Aufzeichnungen nahmen immer größere Formen an. Seine gesamten Aufzeichnungen bezogen sich überwiegend auf mündliche Auskünfte und eigene Recherchen in den Archiven. Leider hatte er nur wenige Urkunden bzw. Kopien gesammelt.

Als Emil Mißfeldt am 2. Februar 1977 nach schwerer Krankheit starb, war keiner bereit den "Sippenverband Mißfeldt" weiter zu führen. Der Verband wurde aufgelöst und die Unterlagen von Emil Mißfeldt gingen an das Landesarchiv Schleswig-Holstein in Schleswig - u.a. auch die große handgeschriebene Ahnentafel (6x1 1/2 m). Diese Ahnentafel enthält etwa 150 Personendaten.

1990 bekam ich Interesse an der Ahnenforschung. Ich bin nach Schleswig ins Landesarchiv gefahren und habe alles was dort über unsere Familie lagert abgeschrieben. Auch die Personendaten aus den Karteikarten von Emil Mißfeldt, die Tafeln und die Daten von der großen Ahnentafel habe ich abgeschrieben.
Insgesamt waren es 478 Personendaten die ich fand.

Ich fing dann an im Rentamt Eckernförde, das Domarchiv Ratzeburg und in den verschiedenen Kirchenbüchern nach "Missfeldt/Mißfeldt´s" zu suchen und Kopien zu machen. Auch fing ich an alle Mißfeldt´s aus den Telefonbüchern anzuschreiben um Daten zu bekommen. Diese Daten habe ich sortiert und in den Computer gespeichert.

Meine Forschung dehnte sich aus über die Landesgrenze nach Dänemark, Frankreich, Italien, England, Schweden, Belgien und über den Ozean nach Australien, Amerika und Kanada.
Durch meine Mitgliedschaft in der Gesellschaft für Familienforschung und Wappenkunde, in den Arbeitskreis für Familienforschung Lübeck und in der Heimatgemeinschaft Eckernförde hatte ich Zugang zu den Archiven, was mir auch sehr geholfen hat.

Inzwischen habe ich etwa 11.500 Personen unserer Familie im Computer gespeichert, davon sind alleine 350-400 Familienmitglieder aus Amerika und Kanada. Aus Dänemark sind etwa 150-200 Familienmitglieder bekannt. Ebenfalls sind einige Misfeldt´s in Schweden, England, Australien, Frankreich und Italien.

Da mir die Familienmitglieder fleißig Urkunden und beglaubigte Abschriften zugeschickt haben, besitze ich mittlerweile 10 randvolle Aktenordner davon.
Selbst Originalurkunden aus dem Jahre 1893 wurden mir zugeschickt.

Nach Angaben von Emil Mißfeldt aus Kiel soll der Name Mißfeldt angeblich erstmalig in eine Urkunde aus dem Jahre 1632 auftauchen. Da er aber leider keine näheren Angaben machte, konnte ich trotz intensives Suchen zunächst die Urkunde nicht finden.
Endlich im Oktober 1997 habe ich dann die Dokumente im Landesarchiv Schleswig gefunden. Sie sind dort archiviert unter "Abt. 15 Nr. 3327 und 3329".
Es sind "Aufzeichnungen des Detlef Sehestedt vom Auguditho tho 1632" über den "Landschatz von Neuenhof und Kaltenhof" und "Landsteuer und Reiterdienst von Neuenhof und Kaltenhof".

Diese Dokumente umfassen 19 Seiten. In den vorliegenden Aufzeichnungen sind die Ergebnisse einer Befragung von 12 Männern aus verschiedenen Dörfern im Dänischen Wohld niedergeschrieben.

Es heißt u.a. auf Seite 7:

                                                        Catenesuppleatlegatitus
                                                        Et Dissentio Dominonim
                                                        Examinator

                                                    Nominalegtiumcum Directorio

                                                h  Jacobus Wigandus         ad 1287
                                                h  Manus Runginus            ad 3 et 7
                                                h  Christian Leyon             ad 456 et 7
                                                    Jürgen Mißfeldt             zu Surendorpff
                                                    Claus Schobach             zu Surendorpff
                                                    Heinrich Holste              zum Sprange
                                                +  Claus Bundtholdt           zu Bankemohr
                                                    Claus Bach                    zum Sturenhagen
                                                    Rolff Haman                  zum Fresenhagen
                                                    Jürgen Mißfeldt              tho Stohl
                                                    Alter Man hes Basch       zu Velm
                                                    Claus Basch                    zu Velm

Auf Seite 13 und 14 heißt es u.a.:
Jürgen Mießfeldt zu Surendorpff
saget uff beschwer befragung. Sey über 56 Jahre alt, sey ein Rekenman. Es glitte ihnen gleiche viele nehme die Sache gewinne ........
Sachte Ehr wie Woll daß in 40 Jahren nichts niedergelegt, wass for sinne Zeott geschehen wisse ehr nicht. Von Kirchenbüchern und Missale wiße er nichts ..........

Auf Seite 15 und 16 heißt es u.a.:
Jürgen Mißfeldt zu Surendorpff
saget Ehr sey über 70 Jahre altt, der recht hath werde die Sache woll gewinnen .......

Auf Seite 17 und 18 heißt es u.a.:
Roloff Haurman zum Fresenhagen sey woll 3 St igen Jahre altt gewinn die Sache drum es recht habe .........
"Noch ein Hofe in demselbigen Dörpe, darinne ein Man gewanet Jochim Mißfeldt, welcher man aus dem Hause genommen und in ein ander Huß gesetzet, und daßelbige Huß sider Zeit zum Newenhofe als ein Meierhuß gebruket. Und is solches bei S. Osewoldt von der Wische Zeiten geschehen, welches numehr über 50 Jahren, wovon die leute gute wißenschafft haben werden".

Diese Aussage wurde 1632 gemacht. Das heißt, daß Jochim Mißfeldt schon vor 1582 im Meierhuß eingezogen ist. Er muß also zu dem Zeitpunkt schon ein junger Mann gewesen sein

Das wiederum heißt, daß seine Geburt um oder vor 1550 war!

Mit dieser Urkunde haben wir erstmalig die schriftliche Bestätigung, daß unser Familienname schon seit mindestens 1550 existiert.

Auch wird auf Seite 18 erwähnt, daß u.a. in Stoel 8, Surendorp 9, Sprange 6, Bankenmohr 7, Fresenhagen 6, Sturenhagen 6 und Velm 9 Höfe vorhanden waren.

Ebenfalls belegen durch beglaubigte Kopien und Abschriften kann ich u.a. folgende Daten aus dem Kirchenbuch Krusendorf:

Jürg Mißfeldt, verstorben am 14. August 1683 in Surendorf

Jürg war verheiratet mit Magdlene Diekmann (1651-23.06.1678). 
Sie hatten vier Kinder: 

Clauß geb. 06.03.1672, Dorothea Brigitte geb. 16.02.1673, 
Ott
geb. 1676 verst. 23.11.1733 und Jürgen geb. 10.10.1677.

Von Clauß, Dorothea Brigitte und Jürgen habe ich bis jetzt keine Nachkommen gefunden.
Ott hatte sieben Kinder. Ein Kind ist gleich nach der Geburt gestorben und wurde ohne Namen beerdigt. Die Anderen waren Bendix, Marx, Claus, Margaretha Liesbeth, Dorothea und Hanß.
Ich habe auch eine Grete Mißfeldt geb. 12.04.1671 gefunden, weiß aber nicht wie sie in der Ahnenreihe paßt.
Ebenfalls habe ich ein beglaubigtes Dokument von einer Kathrine Mißfeldt geb. 1606 verst. 08.12.1672. Auch zu ihr kann ich keine Verbindung finden.

Um ca. 1670 - 1680 hat der damalige Besitzer des Gutes Dänisch-Nienhof zwei leibeigene Mißfeldt´s mit nach Gut Depenau in Holstein umgesiedelt, von denen dann wieder weitere Familienmitglieder abstammen.
Durch diese "Umsiedelungen" sind dann die verschiedene Stämme der Mißfeldt´s entstanden. Die Umsiedlungen gingen bis nach Mecklenburg, wo die Mißfeldt´s dann auch auftauchten. Ebenfalls sind sie im Raum Hamburg, Plön, Malente, Husum, Fehmarn, Stolpe und natürlich Eckernförde zu finden.

Folgende Familienstämme mit "Stammväter" habe ich bis heute ermittelt:

                    1.  Surendorf:                 Jochim Mißfeldt (574) geb. um oder vor 1550
                    2.  Neuwittenbek:           Mars Jürgen Mihsfeldt (7702) geb. ca. 1803, verst. 21.04.1879
                    3.  Scharnhagen:    
                                              Linie 1.  Marcus Misfeldt (2542)
geb. vor 1638, verst. 10.08.1651
                                              Linie 2.  Otto Mißfeldt (2587)
geb. vor 1638, verst. 04.AD.1693
                                               Linie 3.  Marx Misfeld (2695) verst. 26.03.1715
                                               Linie 4.  Marx Misfeldt (2000) geb. 1719, verst. 26.12.1769
                   
4.  Neubülk:                     Bertram Misfeld (4000) geb. vor 1824
                    5.  Kleinmoor:                  Heinrich Misfeld (7300) geb. 02.03.1856
                    6.  Pries-Schilksee:   
                                              Linie 1.   Hinrich Mißfeldt (12120)
geb. 1616, verst. 1684
                                               Linie 2.   Henning Hinrich Misfeld (12263) geb. 1732
                    7.  Stolpe-Wankendorf:    Hanss Missfeldten (5500) geb. vor 1655
                    8. Nindorf:                        Josias Siegfried Mistfeldt (6002)
geb. 12.02.1763, verst. 03.03.1817
                    9. Alt Holtenau:                Joachim Andreas Hinrich Misfeld (6514) geb. 23.09.1809
                  10. Eckhof:
                                              Linie 1.   Jochim Hinrich Misfeld (7000)
geb. vor 1810
                                               Linie 2.   Otto Joachim Misfeld (7081) geb. 26.05.1820, verst. 29.09.1909
                  11. Kahlenberg:                 Joachim Hinrich Mißfeldt (7500)
geb. 18.09.1798, verst. 04.02.1874
                  12. Plate-Sukow:                Roloff Mißfeld (8313) geb. vor 1626
                  13. Mecklenburg:               Wilhelm Misfeld (8513) geb. 1839, verst. 26.07.1899
                  14. Dänemark:
                                              Linie 1.   Jensine Misfeldt (3512)
geb. 26.07.1870
                                              Linie 2.   Alida Antoniette Henriette Misfeldt (3501) geb. 26.03.1894

Ursprünglich waren es 15 Stämme. Dadurch, daß ich im Januar 2000 viele neue Daten bekommen habe, konnte ich die Verbindung vom Stamm "Alt Bülk" und "Neu Bülk" finden und sogar etwas weiter zurück verfolgen. Der Ursprung liegt in Scharnhagen. Daher habe ich diese beiden Stämme zusammen gelegt und sie "Stamm Scharnhagen" genannt.
Dadurch haben sich auch die "Stammnummern" verändert. Der "Stamm Scharnhagen" hat jetzt die Nummern 2.000 bis 3.499 bekommen.

Die "Hochburgen" sind eindeutig "Surendorf", "Stolpe-Wankendorf", "Pries-Schilksee" und "Plate-Sukow". Die beiden Linien "Surendorf" und "Stolpe-Wankendorf" sind wahrscheinlich auf einen Zweig zurückzuführen, da die Güter "Dänisch-Nienhof", "Depenau" und "Kaltenhof" einen Besitzer hatten.

Unsere Familie ist ein altes Bauerngeschlecht, das seit mindestens 300 Jahren auf seinen Stammhof in Surendorf ((Dänischer Wohld) als Pächter bzw. Besitzer gesessen hat. Erst so um 1850 bis 1900 änderte sich das. Einige lernten ein Handwerk und führten es dann über Generationen fort. Heute sind die Mißfeldt´s in allen Berufszweigen vertreten.

Wir brauchen uns über unsere Herkunft nicht zu schämen - im Gegenteil. Wir sind einer der ganz wenigen Familien die so ortsansässig sind - auch heute noch! Zwar sind einige von uns ausgewandert nach Dänemark, USA, Kanada, Australien, Brasilien etc., andere sind, zum Teil bedingt durch Berufswechsel, in andere Bundesländer gezogen, aber die Mehrzahl - etwa 70 % - wohnen immer noch hier in Schleswig-Holstein oder Hamburg und Mecklenburg.

Das wesentliche Merkmal der Mißfeldt´s ist eigentlich ihr vorbildlicher Fleiß, Ausdauer und Sturheit.

Im plattdeutschen Volksmund hat sich bis heute noch ein Spruch erhalten, der auch in das Schleswig-Holsteinische Wörterbuch von Prof. Mensing aufgenommen wurde:

                                                    "He is so egen as Mißfeldt sien Ganner,
                                                    de swüm dree Dag opn Dieck un verdöß".

Ein weiteres Merkmal ist, daß wir die Menschen in unserer Umgebung sehr genau beobachten, daher ist auch eine Annäherung an uns eigentlich schwierig, da wir den Menschen erst nach einer genauen Betrachtung von außen wie von innen annehmen.

Horst Missfeldt

Auskunft erteilt:  Horst Missfeldt, Telefon 04504 - 1580