07.11.2009
Auf
dem „Alten Friedhof“ in Harburg hat Frau K. ein Grabmal mit einer von
Heinrich Missfeldt geschaffenen Skulptur entdeckt, „Trauernde Frau mit
Urne“. Dieser Friedhof ist seit 1969 geschlossen und jetzt der Park
„Alter Friedhof““.
Seit 1984 steht er unter Denkmalschutz und seit etwa zwei Jahren pflegen
Frau K. und eine Kollegin diesen Park und die Grabmäler in ehrenamtlicher
Tätigkeit.
Die Skulptur wurde von ihnen gereinigt, die Inschrift wieder lesbar
nachgezeichnet und nach dem Künstler und Bildhauer im Internet
erfolgreich recherchiert.
Inschrift des Grabmals:
HERMANN
FRIEDRICH WEINLIG
*17.5.1873
IN HARBURG + 21.3.1926 AUF HOHER SEE
DIE
TREUE IST DAS MARK DER EHRE
DIE
LIEBE HÖRET NIMMER AUF
MARIE
WEINLIG GEB. KÜPPER
*24.4.1880
+ 18.3.1972

Der
Bildhauer Heinrich Mißfeldt (2720).
Heinrich Mißfeldt wurde am 20.12.1872 in Suchsdorf
als Sohn des Ziegelbesitzers Detlef Mißfeldt und der Elsabe Sinn geboren.
Er starb am 27. Oktober 1945 in Torgau an der Elbe.
Heinrich Mißfeldt war
verheiratet mit Bertha der Tochter des schleswig-holsteinischen Dichters
Johann Meyer, die selbst gerne den Pegasus bestieg. Später in Berlin, hat
sich das Ehepaar in den heimatlichen Vereinigungen für heimatliches
Volkstum betätigt, wenn er u.a. mit seiner etwas vierschrötigen Gestalt,
in roter Weste, mit Kniehosen und Meerschaumpfeife sehr gut den Typus des
Holsteiner Geestbauern alter Zeit verkörperte und sie, weit zierlicher,
mit Mantille und Strickkorb, die Bäuerin neben ihm vertrat oder sich mit
ihm im Volkstanz drehte.
1902 schuf er eine Büste und ein Relief von Johann Meyer und 1906 Büste
und Relief von Johann Hinrich Fehrs, denen er durch näheren Umgang ihre
Eigenarten ablauschte.
Er schuf u.a. für den Plattdeutschen Verein Neukölln den Fritz Reuter
Brunnen mit Motiven aus Reuters Werken, ähnlich dem
Klaus-Groth-Brunnen in Kiel.
Viele Städte unserer
Westküste riefen ihn und auch in Berlin und Brandenburg und Thale/Harz
stehen sein jedes mal mit großer Innigkeit ausgeführten Kriegerdenkmäler.

Klaus Groth Denkmal, Kiel
Ehrenmal in Brande/Hörnerkirchen, Ehrenmal
in Bad Bramstedt

Ehrenmal in Glückstadt
Ehrenmal in der Kirche zu Berlin-Friedenau

Ehrenmal in Wewelsfleth
Ehrenmal in Husum

Ehrenmal in Bad Segeberg
Denkmal in Wilster
Schon 1906 hatte er Erfolg auf der großen Berliner Kunstausstellung, mit
seinem in Marmor ausgeführten „Kauernden Mädchen“, das vom
Preußischen Kulturministerium angekauft wurde. Eine in Marmor ausgeführte
Figur „Abschied“ erwarb Kaiser Wilhelm II. Weiter schuf er eine
lebensgroße Bronze „Der Hirte“, die sehr oft auf Ausstellungen
gezeigt wurde. Die 2,5 m hohe Gruppe „Baldur und Nanna“ oder
„Sommers Ende“, den von der Bremer Kunsthalle angekauften bronzenen
„Kugelspieler“ und viele andere Werke, von denen man die Gipsmodelle
in seinem Berliner Atelier bewundern konnte. Allen diesen Werken gemeinsam
war die Zartheit und Keuschheit. Viele Kleinplastiken, die er schuf,
Reliefs, Plaketten und Medaillen für die staatliche Münze, können nur
summarisch genannt werden.

Statue
Auskunft erteilt: Horst Missfeldt, Telefon 04504 -
1580
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