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Krusendorf und Surendorf.
Die genaue Entstehung von „Krusendorf“ und „Surendorf“ ist nicht bekannt. Sie fällt aber mit Sicherheit ins 16. Jahrhundert. Surendorf hieß damals „Surendorpe“. Der Ortsname „Surendorf“ stammt nachweisbar aus dem westfälischen Raum. Die Besiedelung aus dem westfälischen Raum war im 16. Jahrhundert abgeschlossen und Krusendorf kam zunächst in den Besitz von Grönwohld. Zeitweise gehörte es auch der Gutsherrschaft Noer. Die Bewohner der Dörfer „Surendorf“, „Dänisch Nienhof“, „Stohl“ und „Sprenge“ gerieten in die Hörigkeit der Gutsherrschaft von Dänisch Nienhof. Bei aller Kritik an dem System der Leibeigenschaft muß gerechterweise gesagt werden, daß unser Bauernstand in dieser Zeit der Seuchen und Kriege ohne einen starken Adel zugrunde gegangen wäre. Die meisten Bauerndörfer der adeligen Güterdistrikte wurden nur so in unsere Zeit herübergerettet.
Nach Beendigung des Nordischen Krieges
(1721) folgte eine längere Zeit des äußeren Friedens. Man befand sich aber in einer Zwangslage, weil die alte „St.Katharinenkirche“ am „Jellenbek“ baufällig geworden war. Auch hatten Witterung und Brandungswellen der Ostsee große Abbrüche an der Steilküste verursacht, so daß die Kirche bedrohlich nah an die Steiluferkante rückte. Kirchenpatron Joachim von Brockdorff ( +1763 ) war darum gezwungen die Kirche abreißen zu lassen und eine neue, ca. 1 Km landeinwärts, zu errichten.
Am 12. November 1733 legte Brockdorff den
Grundstein zur neuen Kirche in Krusendorf. 1736 war die Kirche
fertiggestellt und im Dezember 1737 war die Einweihung. Die Kirche bekam
den Namen „Heilige Dreifaltigkeitskirche zu Krusendorf“. Von 1864 – 1914 verlief das Leben wesentlich ruhiger. Seit 1864 gehörten die Bewohner zum Königreich Preußen. Das hatte nun u.a. zur Folge, daß etliche Männer der Gemeinde an den Kämpfen zwischen Deutschland und Frankreich 1870 als Soldaten teilnehmen mußten. Eine Ehrentafel in der Krusendorfer Kirche weist die Namen von 6 Gefallenen auf. Auch wurde im Dreikaiserjahr 1888 drei Eichen gepflanzt. Auf ein Gedenkstein kann man noch heute die Jahreszahlen 1848-1888 lesen, womit auf den Befreiungskampf 1848 hingewiesen werden soll. Nach 1871 war unser Gebiet Bestandteil des neuerrichteten Deutschen Reiches. Die Organisation der Verwaltung wurde nach preußischen Muster umgestaltet, hatte aber kaum Einfluß auf die Lebensgewohnheiten der Bevölkerung. Am einschneidensten wirkte sich die straffer geführte Schulpflicht aus. Die Krusendorfer Schule wurde von den Kindern aus Krusendorf, Grönwohld und Eliesendorf besucht. Die Kinder aus Surendorf, Haschendorf, Hohenhain, Mariannenhof, Alt-Stohl und Dänisch Nienhof mußten in die Schule von Dänisch Nienhof. Die Einwohnerzahl veränderte sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts kaum. Einige wanderten aus, überwiegend nach Amerika. Für andere wurden Hufen ausgebaut, und zwar aus Althufen – oder Güterland außerhalb des Dorfes in sogenannten Halb- oder Viertelhufen. Auf diese Weise wurden von Krusendorf 4 Halbhufen ausgelegt, etwa 1 ½ Km südöstlich des Ortes. Diese kleine Ansiedlung erhielt den Namen „Eliesendorf“. Etwas Ähnliches geschah im östlichen Teil der Gemeinde. Der Besitzer des Gutes „Dänisch Nienhof“, Hasche, teilte das große Anwesen in zwei Teile. Etwa 1 Km westwärts entstand ein neues Gut, zunächst „Meerkauf“ genannt. Ab 1806 erhielt es den Namen „Hohenhain“ und wurde zugleich unter den adligen Gütern aufgenommen. Außerdem legte Hasche noch 4 Hufen nach Südwesten aus. So entstand, knapp 1 Km südlich von Surendorf entfernt, Haschendorf. Am Ende des 1. Weltkrieges 1918 hatte das Kirchspiel Krusendorf, neben den vielen Verletzten und Verwundeten, 36 Gefallene zu beklagen. Eine Gedenktafel in der Krusendorfer Kirche erinnert daran. Die allgemeinen Unruhen, die nach Kriegsende 1918 ausbrachen, griffen zeitweise auch auf unser Gebiet über. Der verlorene Krieg hatte viele Probleme in materieller und gesellschaftspolitischer Art hinterlassen. Die ersten wichtigen Besitzveränderungen vollzogen sich 1919-20 in Krusendorf und Elisendorf. Die dortigen Bauern konnten ihre Pachtstellen als Eigenbesitz erwerben. Das sichtbarste Zeichen des Rückganges der Herrschaft der Güter war die Auflösung der Gutsbezirke durch das Preußische Staatsministerium am 27.12.1927. Die Gebietsreform bestimmte z.B., daß die bisherigen Gutsbezirke „Dänisch Nienhof“, „Hohenstein“, „Grönwohld“ und „Birkenmoor“ zu einer politischen Landgemeinde zusammenzuschließen seien. Nach langen Verhandlungen einigte man sich auf den Namen „Schwedeneck“. Auf Beschluß der Staatsregierung von Preußen vom 21.9.1928 wurde mit Wirkung vom 30.9.1928 die „Gemeinde Schwedeneck“ ins Leben gerufen. Erster Bürgermeister (1928 – 1937) wurde Herr Emil Schroeder von „Mariannenhof“. Von 1937 – 1945 war Ernst Mißfeldt (812) aus Surendorf Bürgermeister und Standesbeamter.
Die Gemeindeverwaltung hatte vorerst ihren Sitz in Dänisch Nienhof, ab 1942 in Surendorf. Nach der Gebietsreform von 1970 wurden die Gemeinden „Dänischenhagen“, „Strande“, „Schwedeneck“ und „Noer“ zum „Amt Dänischenhagen“ zusammengefaßt mit dem Verwaltungssitz in Dänischenhagen. Auch heute noch ist ein Familienmitglied in der Gemeinde vertreten. Fritz Mißfeldt (901) aus Surendorf ist seit 1961 bei der Gemeinde in Dänischenhagen beschäftigt. Seit 1.1.1986 ist er Amtsschreiber dort. Die Einwohnerzahl der Gemeinde war 1939 knapp 900. 1948 war sie auf 3.500 gestiegen. Alle Bemühungen der Verantwortlichen, nach den 2. Weltkrieg Arbeitsplätze innerhalb der Gemeindegrenzen zu schaffen, hatte nur geringen Erfolg. Die Randlage der Gemeinde und die katastrophalen Verkehrsverhältnisse bildeten unüberwindliche Hindernisse. Daher begannen ab 1950 die Bundes- und die Landesregierung, ganze Familien in die Industriezentren umzusiedeln. Viele wertvolle Arbeitskräfte gingen dadurch verloren. In Surendorf und Dänisch Nienhof entstanden nur wenige kleinere Gewerbebetriebe. Gleichzeitig begann der Ausbau eines leistungsfähigen Straßennetzes – auch innerhalb der Ortschaften „Krusendorf“, „Surendorf“, „Dänisch Nienhof“, „Stohl“ und „Birkenmoor“. 1959 begann die Bundeswehr auf dem Trümmergelände in Surendorf eine neue Erprobungsstelle aufzubauen. Unter den etwa 200 Bediensteten des Betriebes befinden sich viele Einwohner, überwiegend Bürger aus Surendorf, die somit einen Arbeitsplatz am Ort fanden. Das 1959 begonnene Baracken- und Kasernenräumungsprogramm schuf in Surendorf einen durchgreifenden Wandel. Es entstanden 6 Wohnblöcke mit je 10 Wohneinheiten, dazu Reihenhäuser und kleinere Eigenheime. Die Baracken verschwanden allmählich aus dem Ortsbild. 1960 hatte Surendorf – Krusendorf eine Einwohnerzahl von 1.700 erreicht. 1965 wurde mit dem Bau einer vollbiologischen Kläranlage in Surendorf begonnen. Nördlich von Krusendorf wies die Gemeinde einen Platz für Wochenendhäuser aus. Das Gebiet erhielt den Namen „Jellenbek“. 1978 war die Einwohnerzahl von Schwedeneck auf fast 2.400 gestiegen. Im Januar 2000 hatte Schwedeneck 2.920 Einwohner. Surendorf hatte 986 und Krusendorf 149 Einwohner.
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