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Mecklenburg.
Alle Personen, die ich nicht im Stamm
„Plate-Sukow“ erfaßt habe, wurden im Stamm „Mecklenburg“ gesetzt.
Diesen Stamm habe ich noch lange nicht
vollständig bearbeitet, da es sehr viele „lose Enden“ gibt. Ich habe sehr
viele einzelne Daten, die erst noch sortiert werden müssen.
Viele Personendaten sind aus Schwerin und Umgebung und Wismar und
Umgebung.
Ich habe z.B. Urkunden von einen Conrad
Heinrich Mißfeldt (8790) geb. um ca. 1730 aus Schwerin. Es ist eine
Bestallung zum Hofzimmermeister bei Friedrich von G.G. Herzog zu
Mecklenburg c.t.t..
Auch besitze ich Urkunden über die
Bestallung seines Sohnes Daniel Friedrich Herrmann Mißfeldt (8795)
zum Hofzimmermeister aus dem Jahre 1779 und auch von seinem Sohn Daniel
Friedrich Herrmann jr. Mißfeldt (8797).
Ebenfalls habe ich Urkunden von der
Urenkelin von Conrad Hinrich Mißfeldt – die Friderike Mißfeldt
(8868) – aus dem Jahre 1856 (Siehe auch der Artikel von Bruni Maschke
– Die Mißfeldt´sche höhere Töchterschule).
Diese Urkunden belegen, daß Friderike
Mißfeldt von 1856 – 1872 im heutigen Schleswig-Holstein-Haus in
Schwerin ihre Töchterschule leitete. Sie legte am 17. September 1835 (mit
33 Jahren) vor dem Herrn Superintendenten Kliefoth und dem Herrn
Schelfprediger Studemund sen. Das Examen ab.
Gleichfalls habe ich einen Joachim
Mißfeld (8861) aus Spornitz der etwa 1662 eine fürstliche Schäferei
auf dem „Groot Enn“ bewirtschaftete. Er war verheiratet und hatte 5
Kinder. Die Schäferei bestand bis 1715.
Aus dem Jahre 1906 habe ich ebenfalls
Dokumente über einen Kämmerier Ferdinand Missfeldt (8862)
und seine
Frau Kammerfrau Marie Missfeldt.
Ein Johann Mißfeldt (8852)
bewirtschaftete Ende des 19. Jahrhunderts eine Büdnerei auf dem Flöhberg
(Spornitz ?) die 1898 bei einem Großfeuer mit anderen abbrannte.
Sie wurde dort 1899 von der Familie wieder
aufgebaut und bezogen. Sie wurde damals als Büdnerei Nr. 9 bezeichnet, die
sich heute in der Feldstraße 4 befindet, und an die Kinder weiter vererbt.
Bestallung für den Hofzimmermeister
Misfeldt (8790).
Wir
Friedrich von G.G.
Herzog zu Mecklenburg c.t.t.
Thun kund und bekennen hirmit, daß Wir den
Zimmer Meister Misfeldt zu unserem Hoff Zimmer Meister in Gnaden ernennt
unt bestellt haben, immerst Wir solches Krafft dieses wissentlich thun,
dergestalt und also, daß Uns derselbe getreu, hold und dienstwertig seyn,
Unsern Nutzen und Bestes äußerstem seinem Vermögen nach suchen und
befördern, Schaden hingegen und Nachtheil verhüten und abwenden, so ihm
übertragen werden, tüchtig und untadelhafft verfertigen, und sich
überhaupt solchergestalt, als es einem redlichen Diener und Hoff Zimmer
Meister eignet und gebühret, auffähren und erhalten solle.
Urkundlich unter unserem Handzeichen und
beygedrücktem fürstlichen Innsiegel.
Datum Suerin den 17. April 1779
Zwei Urkunden wegen das letzte Gehalt von Ferdinand
Missfeldt (8862)
Hofmarschallamt
Schwerin Haushofmeister
Acta 4224
Nachdem unser Vater, der Großherzogl. Kämmerier Ferdinand Missfeldt (8862)
zu Schwerin am 11. Juli d. J. verstorben ist, bevollmächtigen wir, seine
drei Kinder, nämlich
-
Anna Missfeldt
-
Erna Missfeldt
-
Friedrich Missfeldt
Unsere Mutter, die verw. Frau Kämmerier
Marie Missfeldt, den uns zukommenden Anteil an dem Sterbequartal und den
beiden Gnadenquartalen von dem Gehalte unseres Vaters aus der
Großherzoglichen Hofkasse in Empfang zu nehmen und darüber in unserem
Namen zu quittieren.
Anna Missfeldt (8864)
Erna Missfeldt (8865)
Friedrich Missfeldt (8866)
Die Antwort war:
An die Hofkasse
Die Hofkasse wird hiemit angewiesen, das
Gehalt des am 11. Juli d. J. verstorbenen Kämmeriers Miesfeldt (8863)
hieselbst für das Sterbe- und die beiden Gnaden Quartale an die Erben
desselben zur Händen auf gegen Quittung der verwitweten Frau Miesefeldt
auszuzahlen.
Schwerin, den 19. September 1906
Auch gibt es eine Familie Mißfeldt in
Porep/Mecklenburg. Laut der Aufzeichnung von Martha Friederike
Dorothea Mißfeldt (8716), können wir diese Linie bis ca. 1620 zurück
verfolgen:
Hinrich Mißfeldt (8674) geb. ca. 1620 und
verstorben am 19.01.1704 hatte drei Söhne, und zwar
8675 Peter
geb. ?? verst. 15.03.1709
8676 Christian geb. 1672 verst. 02.11.1749
8678 Hans (keine Daten zur Verfügung)
Die Linien von Peter und Christian sind
Mitte 1700 ausgestorben.
Die Linie von Hans (8678) läßt sich mit
8688 Johann Christoffer (1699 - 1770),
8696 Johann Friedrich (1765 - 1837),
8700 Ernst Johann Friedrich Willhelm (1801 -
1878),
8704 Wilhelm Friedrich Christian (1828 -
1909),
8711 Friedrich Wilhelm Johann ( 1876 - ?),
8716 Martha Friederike Dorothea (1916 – 1992),
und
6790 Katrin (1977 –
bis heute verfolgen.
Aber es ist mir bisher noch nicht gelungen, eine eventuelle Verbindung zu
den andern Stämme der Mißfeldt´s aufzuspüren.
Während die Drenkowschen Mißfeldt´s
zwischenzeitlich verstorben sind, ist die Linie aus Porep noch vorhanden.
Mit der Entwicklung des Dorfes Porep
spielt das Kloster Stepenitz auch eine bedeutende Rolle, denn 1298 schenkt
Gunzelin, Graf von Schwerin, dem Kloster Stepenitz das Eigentum des halben
Dorfes Porep. Ob dieses Kloster auch eine Verbindung zum Holsteinischen
hatte, konnte noch nicht ermittelt werden.
Nach dem Verzeichnes des Großherzoglichen
Amtes Lübz (liegt im Landesarchiv Schwerin) hatte das Dorf Porep im 18/19.
Jahrhundert 7 Gehöfte als großherzogliches Eigentum lt. Neuestem
Inventarium.
Der
Hufner Hinrich Mißfeldt (8674) geboren ca. 1620 in Drenkow bei Porep und
verstorben am 19.01.1704 in Porep könnte ein Bruder von Roloff Mißfeld
(8313) aus Plate sein, den dieser Roloff ist vor 1626 geboren. Sein
Sohn Hans Mißfeldt (8678) übernahm die Hufe 1.
Hans Mißfeldt (8678) hat seit 1691, 1717
und 1720 den Hof Hufe 1 in Porep.
Eingetragen als Bewirtschafter der Hufe 1
in Porep sind
1797 Johann Friedrich
(8696)
1832 Friedrich
(8700)
1863 Friedrich (8704)
1870 Erbpächter Friedrich (8711)
1930 Friedrich Otto Wilhelm (8715)
(??) Hans Friedrich (8717) und seineTochter
(??) Katrin (6790) lebt jetzt auf der Hufe 1
in Porep.
Die Hufe 1 beträgt 20 ha 92 a 97 qm.
Interessant ist für das Dorf Porep noch,
daß die Hälfte des Dorfes in Großherzogichem Schwerinischen Eigentum, die
andere Hälfte klösterliches Eigentum und zum brandenburgichen gehörend
war. Die Hufe 1 war großherzogliches Eigentum.
Der Name des Dorfes Porep wird 1295 als
Proribe aufgeführt, was altslawisch soviel wie Holzschlagort bedeuten
soll.
Alle diese Daten müssen
erst noch sortiert und überprüft werden. Eventuell sind hier auch
Verbindungen zum Stamm „Plate-Sukow“ - siehe auch am Anfang dieses
Berichtes.
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Die Mißfeldt´sche höhere Töchterschule.
Anfang des 19.Jahrhunderts war der Andrang
der Mädchen für den Lehrerinnenberuf bzw. der Übernahme einer Schule sehr
groß. Lehrerin zu sein hieß auch eine besondere Stellung als Frau in der
Gesellschaft einzunehmen, jedoch unter einer Bedingung: Praktisch gab es
in dieser Zeit ein „Zölibat für den Lehrerinnenberuf“.
Jeweils die Eltern der Mädchen stellten
den Antrag auf Übernahme ihrer Tochter in die Stellung einer Lehrerin,
nachdem sie über das 16. Lebensjahr hinaus ihre Bildung an der ihnen
bekannten Einrichtung fortgesetzt hatten, also in die Lehre bei einer
Lehrerin ging, um später ein Examen abzulegen (1).
Einer Lehrerin wurde jährlich ein Gehalt
je nach Dienstjahren von ca. 450-1300 M gezahlt, viel zu wenig um ein
gutes Leben zu führen. Oftmals wohnten ältere Lehrerinnen mit jungen
Kolleginnen zusammen oder blieben bei Eltern und Verwandten (2).
Unser Fräulein Fridericke Mißfeldt, die
von 1856 – 1872 im heutigen Schleswig-Holstein-Haus ihre Töchterschule
leitete, legte am 17. September 1835 (mit 33 Jahren) vor dem Herrn
Superintendenten Kliefoth und dem Herrn Schelfprediger Studemund sen. Das
Examen ab:
„Die Demoiselle Mißfeldt gibt den deutsche
Unterricht in der ersten Klasse, den geographischen in der zweiten Klasse,
den naturgeschichtlichen in der ersten Klasse. In der Bildung steht die
Demoiselle Mißfeldt gewiß mit der Demoiselle Sattler auf gleichem Grade
von den Gegenständen, worin sie unterrichten wird und geprüft ist, hat sie
gewiß die vollkommenen Kenntnisse. Ihre Kenntnis der deutschen Sprache ist
eben so verständlich, als vollständig, dabei besitzt sie eine Gewandheit
im Ausdruck und eine Fertigkeit im Vortragen, die uns Vorzügliches Leisten
kann. Ihre geometische Kenntniß, auch selbst von dem mathematischen Theil
ist befriedigend, wie ihre naturgeschichtliche.“ (3)
Es kommt zu Unstimmigkeiten zwischen dem
Fräulein Marianne Sattler und dem Fräulein Fridericke Mißfeldt, die nach
dem gemeinsam abgelegten Examen eine „combinierte“ Töchterschule unter dem
Namen des Fräulein Sattler führten. Die Auflösung der Sattler´schen
Töchterschule steht bevor. Am 24. Dezember 1855 schreibt der Domprediger
C. Malchow:
„......wird sich zu Ostern folgenden
Jahres als solche auflösen, und sind für solche Auflösung, zum Theil in
der Persönlichkeit beider Vorsteherinnen liegenden triftigen Gründe
vorhanden.“ (4)
Fräulein Mißfeldt wird ermutigt eine
eigene Schule zu gründen.
„.....durch vielseitige Anerbietungen und
Aufmunterungen meistens der Eltern, die ihre Kinder bisher in der
combinirten Schule hatten, zum beginnen einer eigenen Töchterschule
aufgefordert ist,......“(5)
Die Mühlen der Behörden beginnen zu
mahlen, doch schon am 22. Januar 1856 wird die Genehmigung zur Einrichtung
ihrer eigenen privaten Mädchenschule erteilt, unter der Bedingung:
„......in der zu ertheilenden Concession zur Pflicht zu machen:
-
den Religionsunterricht durch alle
Klassen hindurch nur durch männliche Lehrer ertheilen zu lassen.
-
Bei dem etwaigen Abgang des Pastors
Malchow von der Leitung der Schule für einen anderweitigen in der Person
eines der hiesigen dem hohen Ministerium näher zu beteichnenden Folge zu
tragen.“ (6)
Obwohl die privaten Mädchenschulen durch private
Gelder finanziert wurden und es durchaus wichtig war, für die Gründung
einer Schule genügend privates Kapital zu besitzen und sich die Schule
nach und nach das von den Eltern zu bezahlende Schulgeld selbst tragen
mußte, wurden diese unter Aufsicht der Schulkommission gestellt.
Mit der Zeit entwickelte sich unsere
kleine Schule zu einer recht angesehenen privaten Töchterschule.
Als Fräulein Fridericke Mißfeldt den
Entschluß faßte in „Pension“ zu gehen, wußte sie nicht, daß eine spätere
große Persönlichkeit dieser Stadt wie Johanna Willborn (7)
(1838 – 1908) ihre Schülerin gewesen war und daß ihre Nachfolgerin
Fräulein Sophie Wachenhusen diese Schule an Fräulein Marie von Levinski
abgeben würde und diese mit in das heutige Lyzeum eingegliedert wurde. (8)
Zu dieser Zeit, als Fräulein Mißfeldt ihre
Schule an Fräulein Wachenhusen übergab, wurde ihre Schule von
„......190 Kindern besserer Stände....“ (9)
besucht und sie beschäftigte sechs Lehrer und sechs Lehrerinnen.
Mit 70 Jahren in Pension zu gehen, das ist
schon eine Leistung, ob jedoch Fräulein Mißfeldt staatliche
Pensionsansprüche geltend machen konnte ist fraglich. Ein ganzes Leben für
die Bildung und Erziehung junger Menschen einzusetzen kann man schon
Berufung nennen.
Am 8. Mai 1886 verstarb Fräulein
Fridericke Mißfeldt im Alter von 84 Jahren im Schleswig-Holstein-Haus. (10)
Qellen:
1.
Landeshauptarchiv MfU 3710 / 3711 / 3712
2.
Mecklenburgsche Schulgeschichte Dieter Dümke
3.
Landeshauptarchiv MfU 3711
4.
Landeshauptarchiv MfU 3711
5.
Landeshauptarchiv MfU 3711
6.
Landeshauptarchiv MfU 3711
7.
Stadtmuseum „Ein Blick“ was bewegte Frauen Förderkreis
8.
Stadtarchiv Magistrat 437
9.
Landeshauptarchiv MfU 3711
10.
Quade
Auskunft erteilt: Horst Missfeldt, Telefon 04504 -
1580
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