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Artikel im "Blick in den Wohld" - Ausgabe Oktober/November 2008. (Seite 15 und Seite 37). 

Seite 15.

Menschen wie Du und ich ....oder doch nicht ?

Wie verbringen interessante Menschen ihre Freizeit ?

Blick in den Wohld berichtet über die Freizeitaktivitäten und Hobbies von Menschen im Dänischen Wohld. Bei den Recherchen zu unserem Thema "Aus den Gemeinden" fanden wir Kontakt zu Horst Missfeldt, der im Dänischen Wohld geboren ist. Horst Missfeldt beschäftigt sich mit einem außergewöhnlichen Hobby: Ahnenforschung in ganz großen Stil.
"Der Dänische Wohld und die Familie Missfeldt", so nennt Horst Missfeldt seine Chronik, die über ihn zu beziehen ist.

Die Chronik befasst sich mit unserem Ursprung - der Dänische Wohld -, die verschiedenen Orte, die Familie Missfeldt und die verschiedenen Familienzweige. Außerdem wird die Leibeigenschaft bzw. die Darstellung der Leibeigenschaft beschrieben wie auch das dänische Königswappen, die Auswanderung über Hamburg, die alten Maße, Gewichte, Krankheits- und Berufsbezeichnungen und vielem mehr.
Gern präsentieren wir ihnen die Vita des Mannes mit diesem erstaunlichen Engagement:

"Hier möchte ich mich kurz vorstellen.
Mein Name ist Horst Missfeldt und ich bin am 23. September 1943 geboren. Aufgewachsen bin ich in Harrisleefeld (jetzt Harrislee). Zeitweise in Dänemark lebend, verschlug es mich wegen des Wehrdienstes nach Oldenburg in Ostholstein. 1978 zog ich dann nach Ratekau und heiratete im Juli 1979 meine zweite Frau, die aus erster Ehe 3 Kinder mitbrachte.
1990 fing ich mit der Familienforschung (als Hobby) an. Ich forschte nach meinen Vorfahren.
2003 hatte ich eine Gehirnblutung und war ein Jahr arbeitsunfähig. Auch hatten Inge und ich in diesem Jahr Silberne Hochzeit.

Seit dem 1. April 2005 bin ich in der passiven Phase der Altersteilzeit und ab dem 1.10.2006 ging ich dann, nach 30 Jahren Versicherungsarbeit, in vorzeitige Rente.
Am 19. Mai 2007 habe ich dann zum letzten mal ein großes Familientreffen organisiert und im August 2008 hatte ich die letzte "Familien Chronik" fertig gestellt.

Ich werde auch weiter die Familienforschung betreiben, aber in reduzierter Form. Ich suche dringend einen Nachfolger, der Lust auf die Forschung hat. Meldet Euch wenn ihr Interesse habt.

Meine Hobbys sind: Familienforschung, Briefmarken, Musik (Schlager, Volksmusik), Modeleisenbahn und Romane lesen."

Kontakt: 
Horst Missfeldt Telefon: 04504 - 1580.
Mail: horst.missfeldt@t-online.de
Webseite:
www.horst-missfeldt.de

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und Seite 37 "Der Dänische Wohld".

 

Der Dänische Wohld.
Im nördlichen Bundesland Schleswig Holstein liegt an der Ostküste, nördlich von Kiel, die Halbinsel "Dänischer Wohld" - früher auch "Denschewold" genannt.
Der nördlichste Teil des Dänischen Wohldes war in der Jungsteinzeit und in der Bronzezeit dicht be-
siedelt. Nicht so der südliche Teil. Hinweise darüber geben eine große Anzahl von Hünengräbern. Al-
lein bei Birkenmoor sind 48 Grabstätten vorhanden. Weitere Grabanlagen befinden sich in "Sprenge", "Hohenhain", "Grönwohld", "Kuhholzberg" und "Dänisch Nienhof".


Der Dänische Wohld blieb über 700 Jahre völlig unbewohnt. Es bildete sich hier ein gewaltiger, dichter Urwald wo sich kaum ein Mensch hinwagte. Viele Schauergeschichten wurden darüber erzählt. Sinn-
gemäß bezeichneten die Holsten den Raum mit "Isarnho" und die dänische Jüten nannten ihn "Jarn-
with" was soviel wie "Eisenwald" bedeutete.

Um 1250 wurde u.a. auch der Dänische Wohld vom dänischen König zum "Kronland" (Königsland) erklärt um Besitz- und Lehnsrechte der Krone für die Zukunft sicherzustellen. Gleichzeitig stellte sich das Königtum zusammen mit dem Rittertum an die Spitze der Siedlungsbestrebungen mit dem Ziel un-
genutzte Gebiete der Kultur zu erschließen.

Im 13. Jahrhundert fing für Schwansen und den Dänischen Wohld dann eine folgenreiche Veränderung an.
1260 ging das Kronland durch Pfandschuld an die holsteinische Grafen Johann und Gerhard über, die es 1288 ganz erwarben und an deutsche Kolonisten "verlehnten".

1313 verzichtete der Dänenkönig Erich VI endgültig auf seine Ansprüche auf das dänische Krongut im Landesteil Schleswig.

Die holsteinischen Herzöge vergaben die Ländereien holsteinischen und deutschen Rittern als Lehen, die ihrerseits viele Bauern, Knechte und Handwerker als Ansiedler mitbrachten.

In den vorhandenen Quellen und in der Lübschen (Lübeck) Chronik wird zum ersten Mal 1289 der Rit-
ter "Ahlefeld op Noren" genannt. Aus "Noren" wurde später "Noer", von dem Wort "Nord" abgelei-
tet. Der Name besagt, daß das Gut im äußersten Norden unserer Halbinsel liegt.
Die nächste Angabe stammt aus dem Jahre 1319. Der zuständige Bischof in Schleswig hatte eine Liste der säumigen abgabenpflichtigen Kirchen und Kapellen aufgestellt, worin auch die Kapelle "Jellenbek" genannt wurde. Gemeint war die Kapelle auf dem Steilufer unmittelbar an der Eckernförder Bucht. Ihren Namen erhielt sie von dem Bächlein, welches in der Nähe in der Bucht mündete. Unweit der Ka-
pelle wuchs das Dorf "Jellenbek", das 1361 zum ersten Male erwähnt wurde.
Es bestand zunächst aus 4 1/2 Hufen. Etwa 2-3 Km westlich entstand das Dorf "Nörre", später "Noer" genannt, das 1417 erstmalig urkundlich bekannt wurde als Besitz der Familie "Wulf von Ahlefeldt".

Als eines der ältesten Güter neben "Noer" ist "Dänisch Nienhof" zu nennen. Die Urkunden berichten zuerst 1486 davon. Damals hieß es noch "Nienhave" (Neuhof).

Die Bezeichnung "Dänisch Nienhof" wählte man zur Unterscheidung des Gutes "Deutsch Nienhof" am Westensee. Es befand sich zu dem genannten Zeitpunkt im Besitz der Familie "von der Wisch".

Es wurden, wie aus den Kirchenakten ersichtlich, 1613 in Dänisch Nienhof 6 Frauen aus nichtigem An-
laß als Hexen verbrannt. Diese grausame Exekution wurde als eine Art Volksbelustigung aufgezogen, die großen Zuspruch fand. Auch wurden 1633 einige alte Frauen in Noer der Hexerei bezichtigt und verbrannt, als "Rache", weil Melchior von Ahlefeldt bei einem Sturz vom Pferd ums Leben kam.

Das Land blieb nominell Eigentum des Grundherrn. Die Pächter blieben zu genau vertraglich festgeleg-
ten Diensten den Gütern zur Bewirtschaftung der verbleibenden Großflächen, zu den sogenannten Hand- und Spanndiensten, verpflichtet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Zeitpächter nach und nach auch von dieser Verpflichtung entbunden.

In der angedeuteten Form geschah auch der gesellschaftliche Wandel für die Insassen der drei Güter "Noer", "Grönwohld" und "Dänisch Nienhof". Sie wurden freie Hufner, Handwerker oder Kleinbau-
ern als Kätner und freie Tagelöhner.

Nach der Annexion durch Preußen - 1864 - erfolgte bald darauf die Einführung der preußischen Ge-
meindeverordnung. Es entstand der "Kreis Eckernförde", der anfangs aus einer Stadt und 29 Amts-
bezirken bestand. Die Amtsbezirke enthielten 49 Landgemeinden und 67 Gutsbezirke, 2 Forstgutbezirke und 1 Kanalgutsbezirk.
Diese Neuordnung blieb praktisch bis 1928 bestehen. Die Gutsbezirke "Birkenmoor", "Grönwohld", "Hohenhain" und "Dänisch Nienhof" bilden später den Grundstock für die heutige "Gemeinde Schwe-
deneck".

(Dieser Artikel ist aus Platzgründen sehr gekürzt. Originalfassung in der Familien Chronik.   Horst Missfeldt)

Horst Missfeldt
www.horst-missfeldt.de

 

Neumünster Courier vom 16. Mai 2000

BORDESHOLM: Großes Familientreffen
 
Invasion der Mißfeldts

VON GÜNTER BÖGE

„Vor zehn Jahren fand ich eine alte Urkunde meines Großvaters. Als ich sie durchgelesen hatte, wollte ich mehr über meine Vorfahren wissen“, sagte Horst Missfeldt (56) aus Ratekau. Höhepunkt seiner Forschung war ein Treffen von 240 Mißfeldts am Wochenende in Bordesholm.

Der Außendienstler eines Versicherungsunternehmens begann zu forschen und wurde fündig. Im Schleswiger Landesarchiv fanden sich Unterlagen zum „Sippenverband Mißfeldt“ an.

„Das Geburtshaus unsere Sippe steht heute noch in Surendorf“, berichtete der Initiator des Familientreffens. Genau 240 Personen mit den Namen Mißfeldt benötigten fast 40 Minuten, um sich für ein Familienfoto in Position zu stellen. Darunter waren zwei Angehörige aus Frankreich, sieben aus Dänemark, vier aus den Vereinigten Staaten von Amerika und sechs aus Kanada.

Uns gibt es aber auch noch in Italien, England und Schweden“, sagte Horst Missfeldt, der bis zum heutigen Tage insgesamt 7.949 Familienmitglieder erfassen konnte und an einer zweibändigen Chronik arbeitet, die in Kürze durch die Druckmaschienen laufen wird. Darin wird zu lesen sein, daß der Name Mißfeldt im Jahr 1550 erstmalig urkundlich erwähnt wurde.

Natürlich mangelt es nicht an Geschichten, wie der Name überhaupt entstanden ist.

Dazu erklärte Horst Missfeldt: „Obwohl die Version nicht gern gehört wird, dürfte unsere Sippe den Namen zu einer Zeit bekommen haben, als in der Landwirtschaft der Stalldung noch so begehrt war, daß sich die Bauern die Misthaufen gegenseitig klauten. Also stellte man Bewacher auf. Mit großer Wahrscheinlichkeit bekamen wir so unseren Namen.“

                                                              
                                                 
Das Ehepaar Ingrid und Horst Missfeldt präsentiert das Familienwappen.



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Kieler Nachrichten - Eckernförde - Dänischer Wohld vom Dienstag, den 16. Mai 2000

 Mißfeldt - und kein Ende
                                  Zum großen Familienfest kamen 236 Angehörige

Bordesholm (bk) Alles Mißfeldt oder was? - hätte so mancher Besucher in Bordesholm am Sonnabend sagen können: 236 Mißfeldt´s aus Deutschland, Frankreich, Kanada, Amerika und Dänemark waren zum Treffen der weitverzweigten Familie ins Hotel Carstens gekommen. Familienforscher Horst Missfeldt hatte dazu eingeladen.

Seit zehn Jahren stellt sich der 56-Jährige aus Ratekau in den Dienst der Familiengeschichte. "Inzwischen habe ich 7949 Personen erfaßt, die mit zur Mißfeldt-Familie gehören", erzählt er seinen staunenden Angehörigen. Dokumente aus dem Landesarchiv belegen, daß die Familie seit 1550 existiert, als ist 2000 für sie auch ein Jubiläumsjahr: 450 Jahre Mißfeldt eben.

Dicke Aktenordner auf den Tischen, dazu Originaldokumente, sorgsam hinter Glas verwahrt, zeugen von der Vergangenheit der Familie Mißfeldt und vom unermüdlichen Forscherdrang von Horst Missfeldt. Dem ist allerdings ein Ende gesetzt: "Ich habe alle mir bekannten Quellen ausgewertet". Daten vervollständigen, steht jetzt auf seiner Liste. Ein Erfolg seiner Arbeit: Die Ahnentafel ist genauer geworden: Statt 14 Stämmen gibt es nur noch 13, Alt- und Neu-Bülk gehören zum Stamm Scharnhagen.

"Das wußte ich noch gar nicht", sagt Edith Krepinsky, die in direkter Linie vom Urstamm der Surendorfer Familie Mißfeldt abstammt. Zusammen mit ihren Mann Gerhard Krepinsky macht sich die 73-Jährige regelmäßig auf die Spurensuche in Sachen Mißfeldt. "Ich glaube der Blick in die Vergangenheit ist ein Wesenszug der Familie", meint sie. Auch die melancholische Ader soll eine Art "Mißfeldt-Gen" verursachen. "Aber das ist wohl Spekulation", lächelt die gebürtige Krusendorferin.

Von der Namensdeutung, "der den Misthaufen bewacht", ist sie allerdings nicht begeistert. "Wir kommen doch aus der Nähe von Schwedeneck. Da wurde doch schwedisch gesprochen". "Methfet", ein Begriff aus der Bierbraukunst, könnte doch den Familiennamen geprägt haben. "Oder ´mis Feld´, Feld auf dem nichts wächst", ergänzt ihr Mann, der in millimeterkleiner Schrift die Ahnentafel Mißfeldt in großen Recherchen festgehalten hat.

Weniger historisch veranlagt ist Margret Haack, gebürtige Gettorferin: "Ich bin gespannt, wen ich treffe", sagt die 52-Jährige und studiert das Foto eines Sippentreffens von 1954. Sie hat Glück: Der Fingerzeig "Das ist mein Opa" löst sofort ein Gespräch aus: "Der Willy war doch Tischler. Und kennst du Tante Minna?" Nicht nur Edith Krepinsky gehört zu den Frauen, die sie eigentlich ihr Leben lang kennt.

Die Mißfeldt´s schwatzen sich durch den Tag. Anekdoten werden wieder präsent, verwickelte Verwandtschaftsbeziehungen gelöst, Weltgeschichte mit der Lupe der Familienangehörigen betrachtet. Der NDR hält alles im Bild fest, sogar die NDR-Musikbox (Sendetermin 16. Mai) kommt zu Besuch. Für die Flintbeckerin Sabine Kamphenkel, zu einem Viertel Mißfeldt, steht fest: "Das Treffen ist gut" - Vielleicht, weil 450 Jahre altes Blut doch dicker als Wasser ist?
                                                    
 
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  "Moin-Moin" Schleswig den 09.02.2000

  450 Jahre "Missfeldt" -
Familien-Treffen geplant
  Seit 1990 betreibt Horst Missfeldt aus Ratekau Familienforschung als Hobby.

Damals fing er mit Daten von 478 Personen an, kaufte sich anschließend eine Telefon-CD und schrieb alle Missfeldt´s an, die dort verzeichnet waren.
Im Landesarchiv Schleswig fand er schließlich Urkunden, die belegen, daß seine Familie schon seit 1550 existierte. Auch fand er Unterlagen, die beurkundeten, daß eine Frau aus der Familie als Hexe verbrannt worden ist.

Ein Familienwappen aus dem Jahre 1630 wurde als Aufkleber gedruckt. Der Weg zur eigenen Familienchronik war für Missfeldt dann nicht weit.

Die Schreibweise des Namens ist sehr unterschiedlich. Am Gebräuchlichsten ist die Schreibweise "Mißfeldt"; aber auch "Missfeldt, Misfeldt, Miesfeldt, Mihsfeldt" taucht überall auf. Ebenfalls wird der Name am Ende mit "d" oder mit "t" geschrieben. Die verschiedenen Schreibweisen sind durch Hör- und Schreibfehler entstanden.

Auch bei der Auswanderung nach Amerika wurde der Name oft verändert, da die US-Bürger das "ß" nicht kennen.

14 Familienzweige gibt es von der Familie. Sie sind dadurch entstanden, daß die Lehnsherren früher bei einer Umsiedelung einen Teil ihrer Leibeigenen - darunter auch Mißfeldt´s - mitgenommen haben. Am neuen Wohnort ist dann ein neuer Familienzweig entstanden.

Erste Urkunden weisen auf das Jahr 1550 hin.

Im Landesarchiv Schwerin steht zum Beispiel zu lesen, daß ein Rudeloph Misfeld als "ein freier Mann aus dem Holsteinischen kam" (Familienzweig Plate-Sukow).

1997 war es dann soweit. Horst Missfeldt schrieb alle Familienmitglieder an, um ein Treffen zu arrangieren. Die Resonanz war sehr groß und es kamen 202 Familienmitglieder aus ganz Deutschland. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits um die 4.000 Mitglieder mit den dazugehörigen Daten im Computer gespeichert.

Am 13. Mai soll es wieder ein großes Familientreffen geben; dieses Mal ist Bordesholm als Treffpunkt ausersehen.
Da die Familie ihr 450-jähriges Bestehen feiert, schickte er Einladungen in die ganze Welt.

Familientreffen ist wieder am 13. Mai.

Damit hatte er bereits Erfolg. Beteiligung haben auch Sippenmitglieder aus Kanada, den USA, Frankreich und Dänemark zugesagt.
Beim Treffen wird der Initiator dann auch die vierte Ausgabe der Familien-Chronik vorstellen, die über 130 Seiten umfaßt.
Die Daten im Computer sind mittlerweile auf über 7.000 Personen angestiegen.

Horst Missfeldt freut sich über weitere Anmeldungen. Die Adresse: Am Sportplatz 5, 23626 Ratekau, Tel. 04504-1580.

                                                                   


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Lübecker Nachrichten vom Donnerstag, den 3. Dezember 1998
 
                               Horst Missfeldt aus Ratekau hat sich der Ahnenforschung verschrieben.

Eine Hexe in der Familie
                                                                                                               Von Verena Bosslet

RATEKAU - In der Familie von Horst Missfeldt gibt es eine Hexe: Antje Mißfeldt wurde 1678 "mit dem Feuer vom Leben zum Tode abgestraft und hingerichtet". Sie hatte den Teufel gesehen und wurde verurteilt wegen "ihres Abfalls von dem lieben Gott und gemachten Verbindniß mit dem leidigen Satan." Eine spannende Geschichte, die Missfeldt in der "Chronik des Kirchspiels Bornhövede" entdeckte. "Manchmal lande ich bei meinen Nachforschungen richtige Zufallstreffer", erzählt der Ratekauer.

1990 tauchte der 55jährige zum ersten Mal in die Geschichte seiner Familie ein. Missfeldt fand in alten Unterlagen die Heiratsurkunde der Großeltern aus dem Jahre 1893. "Sie war in Sütterlin geschrieben. Ich fand das damals sehr interessant und habe angefangen zu forschen", erinnert sich der gebürtige Flensburger.

Er fuhr ins Landesarchiv nach Schleswig, wühlte in alten Dokumenten und Karteikarten, fand 478 Personendaten, die ein Emil Mißfeldt aus Kiel bereits in den 20er Jahren zusammengetragen hatte. "Alle waren von Mund zu Mund weitergegeben worden. Ich wußte gar nicht, ob sie richtig waren", erzählt Missfeldt. Ein Besuch beim Eckenförder Kirchenbuchamt gab Aufschluß. Fast alle Daten waren falsch. "Ich habe sie dann berichtigt".

Heute hat der Hobby-Ahnenforscher 5.900 Familienmitglieder im Computer gespeichert. Seine Stammtafeln hat er schon lange beiseite gelegt. "Das wurde mir zu unübersichtlich. Elf Meter waren einfach zu lang".
Bis ins Jahr 1550 kann der Versicherungskaufmann seine Familie mittlerweile lückenlos zurückverfolgen. Ihren Ursprung haben die Missfeldt´s, ein altes Bauerngeschlecht, in Surendorf (Dänischer Wohld) nördlich von Kiel. Über 300 Jahre sollen sie dort auf einem Stammhof als Erbpächter gesessen haben.

Der Ratekauer hat herausgefunden, daß 2.300 der von ihm registrierten Missfeldt´s, Misfeldt´s, Mihsfeldt´s oder Mißfeldt´s noch leben. Sie wohnen verstreut in aller Welt - in Dänemark, den USA, Kanada, Australien, England oder Frankreich. Die meisten sind jedoch "heimisch" geblieben, leben in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg.

Je länger er in der Vergangenheit gräbt, desto mühseliger wird seine Arbeit: "Zu Anfang ging alles recht schnell", erzählt Missfeldt. Mittlerweile habe er alle Männer erfaßt. Bei den weiblichen Familienmitgliedern gebe es jedoch noch große Lücken. Um weitere Cousinen oder Tanten auf die Spur zu kommen, wertet der Ahnenforscher zur Zeit das Kirchenbuchregister aus dem Dänischen Wohld aus. In Hamburg werden gar die Schiffslisten der Auswanderer nach Amerika durchforstet. "Es ist wie ein Virus, ich kann einfach nicht aufhören", sagt der Chronist lachend.

Horst Missfeldt schaut nicht nur in die Vergangenheit. Er blickt auch in die Zukunft. Im Jahr 2000 feiert seine "Sippe" 450jähriges Jubiläum. Der Ratekauer hat schon begonnen, das Treffen am 13. Mai im Bordesholmer "Hotel Carstens" zu organisieren. 850 Namensvettern hat er angeschrieben. "Mehr als 300 dürfen nicht kommen", sagt der Ahnenforscher augenzwinkernd. "Sonst wird es eng."


                                                                          

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Auskunft erteilt:  Horst Missfeldt, Telefon 04504 - 1580