Der Ort Scharnhagen

 

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Scharnhagen, ein Dorf im Dänischen Wohld


Das Alter des Dorfes Scharnhagen ist nicht feststellbar. Es existierte 1575 und gehörte zum großen Gut Bülck, das damals bei der Güterteilung von Bülck und Knoop durch die Gebrüder von Rantzow in den Erbverträgen genannt wurde.

In Scharnhagen gab es danach 9 Höfener und zwei Wurtsitzer.

„Scharn“ ist gleich „Schirn“ und bedeutet „Grenze“, also das Dorf an der Grenze zum Gut Dänisch-Nienhof/Kaltenhof. In Nie-
derdeutsch bedeutete „Scharn“ aber auch „Mist“.

1652 wurde der Ort auf Meyers-Landkarte „Schernhagen“ geschrieben und in der dazu aufgestellten Landbeschreibung von Danckwerth „Schonragen“.

Beide Schreibformen bedeuteten ebenfalls „Ort an der Grenze“. Im Heimatbund des Kreises Eckernförde 1928 heißt es "Schirn-
hagen mit einem Pannkoken-Kroog“ wurde 1410 genannt. Walther Trede, der von 1927 bis 1931 Lehrer in Freidorf war, dort auch Scharnhagens Kinder unterrichtete, schrieb in seinem Buch „Dänisch-Wohld“, Scharnhagen wurde 1287 erwähnt. Diese Angabe ist noch zu beweisen.

Durch Krankheiten, Seuchen und Kriege starben ganze Familien aus, so mancher Hof war unbewohnt, deshalb wurden Rest-
dörfer zu anderen gelegt.

Das Dorf Ravensdorf bei Scharnhagen, ursprünglich 4 Höfe groß, mag deswegen ganz niedergelegt worden sein. Ebenso das Dorf Neuen-Bülck, einst ein Dorf in unmittelbarer Nähe des heutigen Hofes Alt-Bülck gelegen, wurde 1729 niedergelegt.

Hans Nöhren, 1751 in Scharnhagen gestorben, war ein solcher umgesiedelter Bauer.

Ab 1718 wurde vom Gut Bülck der Hof Eckhof angelegt als selbständiges Gut, zu dem jetzt Scharnhagen gehörte. 1738 über-
nahm Kai Andreas von Liliencron als Schwiegersohn des Besitzers den Hof Eckhof.

Die Leibeigenschaft wurde im Gut Eckhof 1786 aufgelöst. Der Haupthof war an Johann B. Netzel verpachtet, gleichzeitig wur-
den 15 Erbpachtstellen angelegt. Davon waren 4 Stellen ca. 50 Tonnen groß. 11 Stellen waren um 6 Hektar groß und an folgende Personen vergeben:

Berend Rathje, Hans Nooren (Nöhren ?), Klein Johann Rathje, Groß Johann Rathje, Kaspar Staak, Claus Sellmer, Ludwig Köller (Kähler ?), Johann Christian Vossgraf, Wilhelm Misfeld (Freidorf), Johann Nooren (Nöhren ?) und Peter Ladehof.

Alle 15 Erbpachtstellen lagen in Scharnhagen, Freidorf und Strande. Zwei der Großpächter – Detlef Rathje und Otto-Hinrich Vossgraph – setzten statt einer Unterschrift ihr Zeichen unter die Verträge.

1837 wurden in Scharnhagen 9 Hufe und 8 Katen gezählt. Im Ort gab es einen Schmied.

(Geschrieben von Hans-Eberhard Bürger, Dänischenhagen)

 

 Anmerkung von Horst Missfeldt: 
Wilhelm Misfeld wird unter der Nr. 2598 in der Ahnenliste geführt.
Siehe auch die Karten Scharnhagen und Freidorf von 1835 in der Familien Chronik.

 

 

Auskunft erteilt:  Horst Missfeldt, Telefon 04504 - 1580