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Schwedenfriedhof |
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Schwedenfriedhof in
Schwedeneck Durch
Überlieferung hat sich bis heute die Kenntnis vom Schwedenfriedhof und
die genaue Lage des Platzes über Jahrhunderte erhalten. Er liegt direkt
vor der Abbruchküste von Dänisch Nienhof im Wald hinter der Wiese des
Berliner Lagers. Bei dem großen Findling neben dem Waldpfad befand sich
der Eingang zum Friedhof. Zu Anfang unseres Jahrhunderts war er noch mit
einem Eisengitter umzäunt Unter den Gutsbesitzern wurde der Platz
geschont. Er wurde zuletzt überpflügt aber er durfte nicht aufgeforstet
werden. Dieses Wissen ging mit der Gutsauflösung 1928 verloren. Eine
erste Aufforstung erfolgte in den 50er Jah- In
einer alten Flurkarte von 1839 ist der freie Platz im Walde ausgespart,
bei der preußischen Landesaufnahme 1875 wurde er ebenfalls in die Karte
aufgenommen. Nach dieser genauen Landvermessung war es ein großer Platz
von etwa 50 Meter Länge und 30 Meter Breite. In
der Nienhofer Schule lernten die Kinder, daß der Schwedenfriedhof aus dem
Dreißigjährigen Krieg stamme. Der Zug der Schweden ging jedoch 1644 auf
der alten Heerstraße über Gettorf und an unserem Gebiet vorbei.
Kampfhandlungen mit vielen Toten fanden hier nicht statt. lm
„Großen Nordischen Krieg" standen am 24. April 1715 in einer
Seeschlacht auf der „Kolberger Heide“ bei Fehmarn sechs schwedische
Kriegsschiffe der Übermacht von elf dänischen Kriegsschiffen gegenüber.
In der Nacht versuchten die Schweden, über den Großen Belt zu entkommen,
aber der Wind stand ihnen entgegen. So suchten sie Schutz in der Kieler Förde
Am anderen Morgen wurden sie dort in der Strander Bucht von den Dänen
aufgebracht. Die Schweden warfen ihre Kanonen über Bord und schossen ihre
Schiffe leck, damit sie den Feinden nicht in die Hände fielen. Sie sanken
jedoch nicht auf dem flachen Strand, nur eines der Schiffe konnte später
nicht gehoben werden. Einige der Kanonen wurden in diesem Jahrhundert
gefunden. Die
Dänen machten 1.626 Gefangene, die auf Kiel, Rendsburg und Eckernförde
verteilt wurden. Nach einem Originalbericht im Reichsarchiv in Kopenhagen
vermißte der Oberkammandierende der Schweden, Graf Wachtmeister, 353
Leute seiner Besat- Über
400 Tote mußten unter die Erde, wofür die Dänen als Siegermacht
verantwortlich waren. Nach der alten Flurkarte wird das Gebiet westlich
von Dänisch Nienhof als „Sandrücken" bezeichnet. Am Abbruch der
Steilküste tritt hier unter einer dünnen Humusschicht der Sand in
breiter Front hervor. Es lag dort ehemals eine ungenutzte Heide, die
anstelle kultivierten Ackerlandes zur Bestattung der Toten genutzt werden
konnte. Der Wald wurde später um den Friedhof herum aufgeforstet; das
Alter der Randbäume beträgt etwa 200 Jahre. Brennende
schwedische Schiffe vor Strande, der Sieg über die Schweden mit einer
Unmenge Gefangener, ein Soldatenfriedhof mit Hunderten von Schweden außergewöhnliche
Ereignisse, die im Sprachgebrauch der Menschen für dieses Gebiet einen
Namen prägten: Schwedeneck
! Der
Platz ist inzwischen unter Denkmalschutz gestellt. Private Nachgrabungen
sind verboten! Das Landesamt in Schleswig ist durch viele Notgrabungen
belastet und kann aus Personal-, Zeit und Geldmangel keine Ausgrabungen
vornehmen. Erst wenn der Steilküstenabbruch den unberührten Platz
erreicht, wird eine Notgrabung notwendig. Es ist fraglich, was sich in dem
sandigen Grund noch erhalten hat. Waffen waren viel zu wertvoll, um sie
Soldaten mit ins Grab zu geben. Vielleicht finden sich noch einige
Bleikugeln.
Auskunft erteilt: Horst Missfeldt, Telefon 04504 - 1580 |