Stammhof der Familie

 

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Mecklenburg      

 

Der Stammhof der Familie Mißfeldt in Surendorf.

  

  
 Aufnahme etwa 1882 (in der Mitte ist August Hinrich Mißfeldt (55)
und rechts seine Frau Khristina zu sehen)


Unser Stammhof in Surendorf, Alte Dorfstraße 24 wurde etwa um 1680 erbaut. Es handelt sich hierbei um ein für den Dänischen Wohld typisches niedersächsisches Bauernhaus mit Reetdach (Ständerhaus) – es wurde auch als Räucherkate genutzt (davon zeugen noch heute die rußgeschwärzten Balken aus schwedische Eiche unter dem Dach).

Der erste Besitzer war wahrscheinlich der Halbhufner Ott Mißfeldt, der mit Cathrine Elisabeth Mißfeld verheiratet war.
Sie hatten 5 Söhne und 2 Töchter.

Ott verstarb am 23.11.1733 und seine Frau bewirtschaftete den Hof weiter (sie verstarb am 31.7.1755 mit 71 Jahren). Der Sohn Hanß übernahm als Hufner den Bauernhof.

Hanß heiratete die Magdalena Hedewig Bahr am 16.11.1755 und sie bekamen 4 Söhne und 3 Töchter.
Als Hanß am 29.7.1785 verstarb, führte seine Frau den Hof weiter (sie heiratete später den Hans Bendix Baasch, diese Ehe blieb aber kinderlos).

Am 11.7.1811 verstarb Magdalena Hedewig an Brustschwäche und Entkräftung und Sohn Christian Detlev bewirtschaftete als Hufner den Hof weiter.

Am 17.5.1795 heiratete Christian Detlev die Sophia Friderica Dorothea Margaretha Bahr und sie bekamen  am 6.4.1796 einen Sohn – Marx Jürgen Detlev.

Am 24.8.1827 starb Christian Detlev nach 14tägiger Krankheit an Nervenfieber. Sophia Friederica Dorothea starb wenige Jahre später am 5.11.1832. Sie litt sehr lange am kalten und in den letzten Tagen am hitzigen Fieber.

Der Sohn Marx Jürgen Detlev, der früher bei seinem Vater als Knecht gearbeitet hatte, hatte inzwischen als Hufner den Hof übernommen. Am 13.10.1817 heiratete er die Marie Elisabeth Misfeldt aus Dänisch Nienhof (sie waren Großgeschwister) und sie bekamen 6 Söhne und 1 Tochter.

Marie Elisabeth starb am 30.9.1874 an Altersschwäche und wenige Jahre später – am 23.9.1877 – starb dann auch ihr Mann Marx Jürgen Detlev.

Der Sohn August Hinrich hatte inzwischen den Hof als Hufner weitergeführt. Am 12.2.1869 heiratete er die Khristina Dorothea Witthöft. Sie bekamen 2 Söhne und 3 Töchter.

Kurz nach der Heirat wurde August Hinrich Soldat. Er war Teilnehmer der Reiterschlacht Mars-La-Tour am 30.7.1870. Er kehrte 1871 zurück, verabschiedete sich von den Kameraden in der Gastwirtschaft „Zum grünen Jäger“ (vor Eckernförde, wenn man von Kiel kommt) und ging zu Fuß nach Surendorf.

Khristina Dorothea  starb im 36. Lebensjahr am 5.12.1882.

August Hinrich heiratete dann kurz darauf – am 21.3.1883 – die Emma Wilhelmine Margaretha Koll und sie bekamen 5 Söhne und 1 Tochter.

Es gibt eine kleine Anekdote über August und Emma:
Als August um Emma in Kiel warb – sie war dort in Stellung – sagte sie, sie wollte erst mit ihrer Mutter sprechen. Die Mutter sagte dann auf platt:“ Jo min Deern, dat mußt Du Di god öberlegen, wullt Du to Foot oder mit den Wagen in de Kark fohrn?“. „Se wull mit den Wagen fohrn“ sagte Emma und heiratete dann August.

August Hinrich starb am 8.3.1927 im 84. Lebensjahr in Surendorf und Emma Wilhelmine Margaretha starb am 16.12.1942 im 85. Lebensjahr in Surendorf. Sie lebten beide bis zum Tode beim Sohn Ernst Christian und der Schwiegertochter Magdalene Friederike geb. Krambeck (Ernst hatte den Hof übernommen).

                                                                                                   

Ernst wurde am 1. 9.1937 zum Gemeindevorsteher von Schwedeneck ernannt.

Ernst und Magdalene hatten 3 Kinder: Paul August, Herta Magdalena und Willy Ernst.

Willy Ernst ist im 2. Weltkrieg am 30.12.1942 in Welikije-Luki verstorben.

Paul August verstarb im 2. Weltkrieg am 21. 2. 1945 in Altenwedell in Südpommern.
 

              
Aufnahme von 1993 (Vorderansicht – links Hauptgebäude, rechts Scheune)

Als Ernst Christian am 20.7.1951 verstarb, konnte seine Frau den Hof aus Altersgründen nicht bewirtschaften (die Söhne waren ja im 2. Weltkrieg gefallen). Sie zog dann zu ihrer Tochter Herta Magdalena, die in Kiel mit Karl Hroschek verheiratet war, und verstarb dann -  im 89. Lebensjahr - am 6.11.1983 in Kiel.

Verwandte haben dann den Hof bzw. die Felder bewirtschaftet, dies lief aber nicht ohne Schwierigkeiten und Probleme ab. Es bestand sogar die Gefahr des Verfalls für den Hof.
Herr Flotow kaufte dann den Hof samt Land (es waren etwa 32 ha). 1963 erwarb Familie Bochow-Hohensee den Hof einschl. 2.500 qm Land von der Familie Flotow. Später kaufte Frau Dr. Bochow-Hohensee nochmals 2.500 qm Land von Herrn Flotow zurück.

Das Hauptgebäude wurde innen komplett umgebaut und der Teich vor dem Gebäude wurde wieder hergerichtet (es war eine ehemalige Wassertränke für Vieh und Pferde).
Die Scheune (Nebengebäude) ist noch im Originalzustand erhalten.

In einer Grundrißzeichnung kann man sehen, wie das Hauptgebäude  einmal gewesen ist. Das erste Foto vom Hof muß um 1882 gemacht worden sein, da August Hinrich und seine erste Frau Khristina Dorothea drauf zu sehen sind (Khristina starb am 5.12.1882).

Frau Dr. Bochow-Hohensee hat ein paar Fotos zur Verfügung gestellt, die etwa um 1960-1963 entstanden sind. Ferner liegen Fotos von 1993 vor. Die letzten Bilder vom Hof wurden im November 2000 gemacht (alle Fotos sind in meinem Familienarchiv).

Ratekau im Juni 2001

Horst Missfeldt

 

 

Auskunft erteilt:  Horst Missfeldt, Telefon 04504 - 1580