|
Das Dorf Stolpe. Die Geschichte des Dorfes „Stolpe“ reicht sehr weit zurück. Aus der jüngeren Steinzeit fand man Tonscherben mit sehr interessanten Mustern. Aus der Bronzezeit wurden Gräber mit Kurzschwertern entdeckt. Die reich verzierten Griffe sind noch erhalten. Am Bocksberg, nördlich von Stolpe, stieß man auf einem Felsen, unter dem man zwei goldene Schalen fand. In der einen lag ein goldener Armreif.
Zur Zeit Karls des Großen
soll entlang des Ostrandes des Schwentinefeldes (bei Bornhöved) ein Limes
gewesen sein, aus Erdwällen und Knicks bestehend, der die Sachsen vor den
Wenden schützen sollte. Dieser Limes setzte sich fort am Bornhöveder See,
dem Belauer und dem Stolper See, die die alte Schwentine verbindet, bis an
die Kieler Bucht. Das der Name wendischen Ursprungs
ist, führen einige Forscher daraufhin zurück, daß der Grenzwall durch
wendisches Gebiet geführt wurde. Es besteht aber auch die Möglichkeit, daß
die Besiedlung dieses Gebietes durch die Wenden erst in der
nachkarolingischen Zeit geschah und daß das „Schwentinefeld“ noch bis in
das 9. Jahrhundert hinein von den Holsten gehalten wurde. Man kann dies
aber nicht mit Sicherheit sagen, da man noch nicht das Alter der Orte
wendischen Ursprungs (außer Stolpe gibt es noch Belau, Kalübbe und Perdöl)
feststellen kann. Im Jahre 1678 wurden vier Personen aus dem Kirchspiel Bornhövede zu Depenau von dem Notarius Petzold aus Kiel in Gegenwart des Rittmeisters J.Brockdorff des Pastors Schumann zu Bornhövede u.a. verhört. In diesem Verhör machten die Angeklagten – (wohl in der Furcht vor der Folter) – folgende Aussagen. Ihnen sei der Teufel erschienen, dem einen als Hund, anderen als ein Mann mit roten Hosen. Allen hatte er angeblich ein Zeichen beigebracht, woran sie zu erkennen sein sollten.
Jedem der Angeklagten wurden 70 Fragen vorgelegt. Es wurde den
Angeklagten ( es waren Trienke Pahlen von Wankendorf, Ove Fresen von
Stolpe und Antje Mißfeldt von Horst. Hans Lille, der im Gefängnis
gestorben war, wurde vom Schinder begraben) ein Verteidiger bewilligt,
Michael Cornelissen, dessen Verteidigung eigentlich auf nichts hinauslief.
Nach seinen Worten war er selbst von der Schuld der „Hexen“ überzeugt So
folgte denn auch das nachstehende Todesurteil: „Urtheil“ In peinlichen Sachen Fiscalis, peinlichen Anklägers an einem, entgegen und wider Trienke Pahlen, peinlich Beklagten am andern Theile, erkennen und sprechen wir verordnete peinliche Richter und Beisitzer, im Namen des Wohlgeboren Herren, Herren Joachim Brocktorrfs, Erbherren auf Depenau, auf Klage, Antwort und alles Vorbringen, auf nothdürftige Erfahr- und Erfindung, so desselben laut Kaiser Karl V. und der heil. Reichsordnung geschehen, auf eingeholten Rath der Rechtsgelehrten; für Recht, daß, weil Angeklagte, wegen ihres Abfalles von dem lieben Gott, gemachten Verbindniß mit dem leidigen Satan, begangene und unmenschliche Unzucht, ihr selbst zu wohlverdienter Strafe, andern zu einem Exempel und Abscheu, mit dem Feuer vom Leben zu Tode abzustrafen und hinzurichten sei. Als wir sie zu verdammen. – daß dieses Urtheil denen, uns zugesandten Actis und den peinlichen Rechten gemäß sei, bekennen wir Decanus senior Doctores der Juristen Facultät bei der Hochfürstenlichen Universität daselben. Urkundlich unter unserer Facultät hineben gedruckten Insiegels. Kiel, den 29. November 1678
Drei
der Verurteilten wurden am 3. Dezember 1678 auf dem „Langen Berge“
verbrannt. Im Kirchenbuch steht hinter der Eintragung ihres Todes:
Im „alten“ Bornhöveder Kirchenbuch (1655 – 1689) ist einer der ersten Einträge ein Hanss Missfeldten (5500) von der Horst, der vor 1655 geboren sein muß, denn im Kirchenbuch steht: Am 11.1.1676 lässt Hanss Missfeldten von der Horst seinen Sohn Hinrich taufen. Die „Hexe“ Antje Mißfeldt (9314)
von Horst muß die Schwester von Hanss gewesen sein. Sie hatten 7 Kinder:
Otto (5825) geb. 08.10.1671, Hinrich (5502) geb. 11.01.1676, Dorthe (5826)
geb. 26.12.1676, Zwei der Kinder von Hanss und Marlenke – nämlich Hans und Malenke lebten auf dem Gute „Horst. Von Otto, Dorte, Grete und Behrend habe ich keine Daten. Hinrich Missfeldt (5502) geboren am 11.1.1676, verst. 21.9.1721 hat zwei mal geheiratet.
1. Ehe mit N.N. (5819).
Aus dieser Ehe ging einen Sohn – Marx (5520) hervor. Claus (5504) und Johann (5521)
und hier teilt sich die Linie. Claus Missfeldt (5504) geb. 1711 verst. 11.4.1781, heiratet am 17.11.1748 die Anna Catharina Theden (5505) geb. 15.3.1724 verst. 1.2.1798. Sie haben 6 Kinder:
Catharine
Margarethe (5852), Heinrich (5844), Von Catharine, Margarethe Dorothea, Anna Catharina und Anna Hedewig habe ich keine Daten. Heinrich Missfeldt (5844) heiratet die Anna Magdalene Duggen (5844) und aus dieser Ehe gingen 4 Kinder hervor. Claus (Hans) Missfeldt (5506) heiratet die Magdalena Elisabeth Löhndorff (5507). Aus dieser Ehe gingen 3 Kinder hervor. Johann Missfeldt (5521) geb. 25.5.1722 verst. 16.9.1787 heiratet am 18.11.1753 die Catharina Sieck (5865) geb. 2.9.1725 verst. 19.9.1774. Aus dieser Ehe gingen 4 Kinder hervor:
Catharina Margarethe (5866),
Hinrich (5867), Von Catharina Margarethe, Dorothea und Anne habe ich keine Daten.
Hinrich Missfeldt (5867)
geb. 22.4.1757 heiratet am 5.11.1786 die Magdalena Dorothea Duggen
(5868) geb. 7.3.1759.
Catharina Dorothea
(5873), Antje (5874) Magdalena Elisabeth (5875) Das Dorf Horst wurde zugunsten eines neuen Meierhofes in 2 Etappen „niedergelegt“. 1688 zwei Hufen und 1707 drei Hufen. Neben dem „Meierhof“ wurden noch eine oder zwei Häuserstellen belassen bzw. geschaffen. Der ehemalige Besitzer von „Deutsch-Nienhof“, Bendix Blome, war auch der Besitzer von den Gütern „Dänisch-Nienhof“, „Depenau“ und „Kaltenhof“. Vom „Gut Kaltenhof“ hat Bendix Blome 2 Mißfeldts mitgenommen und in „Deutsch-Nienhof“ angesiedelt. Es handelt sich um Rolf (1392) und Jürgen Mißfeldt (20503). Rolf Mißfeldt war Bauknecht auf „Gut Kaltenhof“ und lebte um ca. 1650 – 1690. (Im Buch über Deutsch-Nienhof von Hedemann-Heespen, Band 1, Seite 154 von 1906). Am 30.6.1999 hatte Stolpe 1.259 Einwohner und Wankendorf 2.759 Einwohner.
Plate – Sukow. Das Dorf „Plate“ liegt etwa 10 Km
südöstlich von Schwerin, die Hauptstadt von „Mecklenburg-Vorpommern“. Die umliegenden Dörfer 1. „Consrade“ (1260 – 1270 Conradesrothe, 1371 Condeirode genannt) zählte im 13. und 14. Jahrhundert zu den Besitzungen des holsteinischen Klosters Reinfeld, 2. „Pechatel“ und 3. „Banzkow“ sind ausgesprochene wendische Siedlungen. Der Ort „Plate“ wird am 24. Oktober 1191 zum ersten Mal urkundlich als „Plote“ erwähnt. In einer Urkunde des Papstes Coelestin des III wird gesagt, daß die Einnahmen des Schiffahrtzolls in „Plote“ zum Einkauf von Kerzen für die Schweriner Kirche dienen sollten (ad luminasia aclesie sulvinemes). Im 14. Und wahrscheinlich schon im 13. Und 12. Jahrhundert ist Plate ein fester Platz z.B. im Kriege des Jahres 1323, als der „Graf Heinrich von Schwerin“ auf Seiten des mächtigen „Fürsten Heinrichs des Löwen“ stand, bestürmt und Mitte Juni 1326 eingenommen. Als Feste wird Plate mit Schwerin und Redefin im Bündnis- und Erbverbrüderungsvertrag vom 1.12.1358 genannt. Von einem Burglehen in Plate hören wir noch im Jahre 1506. Damals „belehen“ die Herzöge von Schwerin ihren Rentmeister Klaus Trufmann und des2sen Leibeserben mit dem „kleinen Zoll“ der Fischereigerechtigkeit und zwei Aalwehren. 1520 hatte das Dorf Plate 102 Einwohner. 20 Jahre nach dem 30-jährigen Krieg,
1669, waren es nur noch 44 Einwohner. 1907 waren es dann wieder 827 und
jetzt sind es rund 2.000 Einwohner.
Johann Christian Friedrich Missfeldt (8056),
geb. 01.03.1847 und
Aus den im Landesarchiv Schwerin
vorliegenden Unterlagen ist abzuleiten, daß das Geschlecht der Mißfeldts
seit mindestens 1600 in Plate ansässig ist und seit mehreren hundert
Jahren (mit Unterbrechungen) bis zum Jahre 1953 die Hufe I, eine
Bauernstelle mit rund 50 ha, bewirtschafteten. In einem Schreiben der Witwe
Dorothea Mißfeldten an den Großherzog vom 7. Februar 1766 heißt es
u.a. „Ihm sei ganz wohl bekannt, daß vor vielen Jahren ein alter Mann Namens Rudeloph Misfeld, ein freier Mann aus dem Holsteinisch bürtig, als der Eltern-Vater des verstorbenen Johann Misfeldt zu Plate..“. Zum anderen wird darauf verwiesen, daß das Dorf Consrade, jetzt Ortsteil von Plate, im 13. Und 14. Jahrhundert zu den Besitzungen des holsteinischen Klosters Reinfeld gehörte. Es ist uns bisher gelungen, die Mißfeldtsche Linie in Plate und damit verbunden auch in Sukow namentlich und urkundlich zurück bis zum 30-jährigen Krieg zu belegen. In ein Protokoll der herzoglichen Verwaltung vom 28. Oktober 1628 über die Zustände in den Gemeinden des Amtes Schwerin im zehnten Kriegsjahr heißt es über Plate: „Darin wohnen 16 Hufner und 1 Koßate, darunter auch Roloff Mißfeldt“. Ähnlich wie im Reiterdienst bzw.
Landschatz von Schleswig-Holstein (im Landesarchiv Schleswig) sind in dem
Amtsbuch der herzoglichen Kammer zu Schwerin 1655 für Roloff Mißfeldt, dem
Käter, aufgeführt: „Trotzdem muß er an den
Landesherren zahlen: ½
Pachtlamp Es heißt u.a.:
Auskunft erteilt: Horst Missfeldt, Telefon 04504 -
1580
|