Wie fange ich an zu Forschen

 

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Ahnenforschung. Was ist das und was bringt das?

 
Immer mehr betreiben Ahnenforschung. Oft stößt man auf unerwartete Dinge, wenn man sich mit seine Vorfahren beschäftigt.

Viele bekannte Persönlichkeiten beschäftigen Genealogen – so der wissenschaftliche Name für Ahnenforscher – um ihre Vorfahren zu finden. Warum sollte das aber den Politikern und bekannten Persönlichkeiten vorbehalten sein? Auch wir „normale Bürger“ haben Vorfahren die man – teilweise – weit zurück verfolgen kann.

Warum sollten wir also nicht auch Ahnenforschung betreiben?

Viele fragen, was will oder kann man damit erreichen? Was habe ich von der Ahnenforschung?

Ich bin der Meinung es bringt sehr viel! Jeder sollte wissen von wo er kommt und woher er stammt – egal was er bei der Ahnenforschung findet.

Wenn man also Überraschungen liebt und wenn ein ewt. Fehltritt eines Vorfahren nicht all zu peinlich ist, sollte man mit der Ahnenforschung beginnen. Viele meinen, daß Ahnenforschung nur etwas für hochqualifizierte Forschern ist, dem ist nicht so! Jeder kann nach seine Ahnen forschen. Mann muß nur wissen wie und wo.

Vorweg etwas allgemeines zum besseren Verständnis.

Im Mittelalter mußten Ritter, die an einem Turnier teilnehmen wollten, mindestens vier adlige Vorfahren vorweisen. Die gesellschaftliche Oberschicht schottete sich damit gegen das gemeine Volk ab. Das ist auch der Grund, warum man heute die Herkunft eines schlichten Bürgers oft nur ein paar Jahrhunderte zurück verfolgen kann.

Wenn man heute Ahnenforschung betreibt, muß man mit viel Sorgfalt und Phantasie über die Namen der Menschen herangehen.

Das gemeine Volk lebte in Dörfern in kleinen Gemeinschaften, wo sich jeder kannte und beim Vornamen rief. Nachnamen in unserem heutigen Sinn gab es nicht.

Erst als die Märkte aufkamen änderte sich das. Die Menschen waren tagelang – ja manchmal sogar wochenlang von zu Hause fort und boten ihre Waren an und erhielten in der Fremde Beinamen, die sich auf ihren Herkunftsort, ihre Tätigkeit oder ihre besondere Eigenschaften bezogen.

Diese Namen wurden auf die Kinder übertragen, wobei die Schreibweise aber sehr unterschiedlich war. Denn: Eine einheitliche Rechtschreibung gab es damals nicht. Darum wurden die Namen so festgehalten wie man sie sprach – und jeder hörte die Namen anders (darum ist die Schreibweise meines Familiennamens auch so unterschiedlich).

Erst seit dem 17. Jahrhundert haben die beiden großen Religionsgemeinschaften Europas (die Katholische und die Evangelische) angefangen Kirchenbücher zu führen. In der Regel ist deshalb eine Ahnenforschung nur von dieser Zeit an möglich.

Das Kirchenbuch Lübeck z.B. beginnt 1637, das Kirchenbuch Bornhöved 1648, das Kirchenbuch Plön 1691 und das Kirchenbuch Lütjenburg 1713. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. In den Akten des Klosters Preetz kann man z.B. in den Akten vom Dorf Nettelsee bis in das Jahr 1445 zurück gehen.

Mit dem Beginn der Kirchenbücher  wurde die Taufe (oft identisch mit dem Tag der Geburt), Tag der Trauung und Tag des Todes festgehalten. Bei der Taufe aber tauchten nur der Name des Kindes, des Vaters und der Taufpaten auf. Der Mädchenname der Mutter wurde verschwiegen. Die Frauen kamen nur mit ihren Namen in den Kirchenbüchern wenn sie heirateten.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) wurden durch Kriegsbanden, Plünderer und ähnliches sehr viel altes Archivmaterial dem Feuer übergeben und vernichtet. Das ist einer der Gründe dafür, warum viele Stammbäume in der Mitte des 17. Jahrhunderts enden. Was davor war ist damals meistens zerstört worden.

Erhalten haben sich in dieser Zeit fast nur die Stammtafeln der Adligen, die ihre eigenen Dokumente über den Krieg retteten.

Ab dem 1. Januar 1876 ließ Bismarck das „Personenstandsregister“ auf das ganze Reich ausdehnen. Was bisher nur die Kirche gemacht hatte, machte jetzt der Staat. Auf dem Standesamt mußten Geburt, Hochzeit und Tod eines Menschen beurkundet werden.

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Wie fange ich die Ahnenforschung an?


Zuerst sollte man alle noch lebende Verwandten befragen – Großeltern, Onkel, Tanten und entfernte Angehörige. Oft haben sie noch Dokumente und Urkunden über ihre Vorfahren, so daß man hier schon etwas finden kann.

Als nächstes geht man zum Standesamt in dem Ort, wo die Vorfahren lebten. Einsicht oder Auskunft aus dem Personenstandsbüchern bekommt man jedoch nur für die direkten Vorfahren – also Eltern, Großeltern, Urgroßeltern usw. (diese „Sperre“ hat nichts mit dem Datenschutz zu tun, was irrtümlich immer angenommen wird, sondern regelt sich nach § 61 des Personenstandsgesetzes von 1957).

Leichter wird die Suche für die Zeit vor 1876, wo man auf die Kirchenbücher zurückgreifen kann. Sie sind ohne Beschränkung einsichtbar und befinden sich bei den Pfarrämter oder in den kirchlichen Zentralarchiven, wo die Matrikeln ganzer Regionen zusammengetragen sind.

Angaben über das Leben eines Menschen kann man auch in den Leichenreden finden, die es etwa ab den 18. Jahrhundert gibt.

Ebenfalls sind Landes- und Stadtarchive eine große Fundgrube. Dort sind oft alte Steuer- und Musterungslisten, Bürgerlisten, Bürgerbücher und Hofübergabeprotokolle zu finden.

Eine „Fundgrube“ hat man auch bei die amerikanische Sekte der Mormonen, zu deren Religion die Verehrung der Vorfahren gehört.

Die „Genealogical Society of Utah“, eine Mormonen-Gesellschaft, hat in der Nähe von Salt Lake City in atombombensicheren Bunkern auf Mikrofilm Millionen von Kirchenbucheintragungen aus den amerikanischen Einwanderungsländern gelagert.

Die „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ , wie die Mormonengemeinschaft heißt, ist z.B. auch in Neumünster und Kiel vertreten. Dort kann man auch Auskunft bekommen.

Wie man oben sehen kann, ist die Arbeit eines Ahnenforschers sehr Zeit- und Kostenaufwendig. Ist man aber erst einmal angefangen mit dem Forschen, ist es, als wenn man von ein Virus infiziert worden ist, man kann nicht wieder aufhören.

Auf der anderen Seite ist es ungemein reizvoll, sich mit seinen Vorfahren zu beschäftigen. Man wird in eine völlig andere Zeit versetzt, lernt die Lebensumstände der damaligen Menschen kennen und verstehen und der private Ahnenforscher bekommt eine ganz andere Auffassung von Geschichte und muß sich natürlich auch auf Überraschungen gefaßt machen. Vielleicht stößt man ja auf eine adelige Linie, oder findet Zigeuner bei den Vorfahren oder hat – wie bei unserer Familie – Hexen unter den Vorfahren. Vielleicht findet man ja auch ein Familienwappen.

Solltet ihr auf den Geschmack gekommen sein selbst Ahnenforschung zu betreiben, helfe ich gerne weiter soweit ich kann. Zu erreichen bin ich unter:

 

 

Auskunft erteilt:  Horst Missfeldt, Telefon 04504 - 1580

Email: horst.missfeldt@t-online.de